Verhandlungen mit der Obersten Heeresleitung. 125 sionen (101., 103. und 105. Infanterie-Division) in den nächsten Tagen abgerufen, fünf weitere sollten nach und nach folgen, und zwar: die 3. In¬ fanterie-Division von der Armee-Gruppe Gallwitz und die 41. von der 8. Armee nach Eintreffen von 15 bis 18 mobilen Landsturm-Bataillonen, die General von Falkenhayn in Aussicht gestellt hatte, eine neuzubildende 107. Infanterie-Division, eine Division der 9. Armee nach Durchführung des Gasangriffes, eine Division nach Ausbau der Grenzschuhstellung Iur- borg—Tauroggen—Polangen. Nach Abgabe der letztgenannten fünf Divi¬ sionen, so betonte der Oberbefehlshaber Ost in einer Meldung vom 25. Mai, würden ihm allerdings „keinerlei Reserven mehr zur Verfügung stehen, um schwierige Gefechtslagen auszugleichen". Cr hatte dann für die aus rund 850 Kilometer gedehnte Gesamtfront nur noch etwa 34 Divisionen, die zumeist nur drei Regimenter zählten, während er im April für 750 Kilo¬ meter 38 Divisionen zu vier Regimentern und dementsprechend auch stärkere Artillerie gehabt hatte1). Diese Schwächung konnte durch die inzwischen vermehrte Zuteilung von Maschinengewehren und Fortschritte des Stel- lungs-, vor allem des Hindernisbaues, um so weniger ausgeglichen werden, als mit Beginn der trockenen Jahreszeit viele bisher ungangbare Gelände¬ abschnitte für Angriffe der landeskundigen Russen keine Hindernisse mehr bildeten. Trotz dieser weitgehenden Truppenabgaben sollte der Kampf nörd-2r.bts24.Mai. lich des Njemen auch nach Ansicht der Obersten Heeresleitung weiter¬ geführt werden. Der Gegner hatte in den letzten Tagen westlich der unteren Dubiffa vorwärtsgedrückt und sich auch nördlich von Rossienie auf dem westlichen Flußufer eingenistet. Zugleich hatte er das Korps Morgen in der Front und von Norden umfasiend angegriffen. Der Führer hatte an Ausweichen gedacht, General von Lauen st ein aber auf Durchhalten und Gegenstoß mit dem eigenen linken Flügel bestanden. Die Ausführung brachte am 22. Mai 1400 Gefangene. Die Gefahr an dieser Stelle war zunächst gebannt. Inzwischen hatte an der Dubissa nördlich von Rossienie die von der 10. Armee zugeführte Division Beckmann eingegriffen. Am 24. Mai gelang es, den Gegner hier über den Fluß zurückzuwerfen; 3200 Gefangene und zehn Maschinengewehre blieben in deutscher Hand. General von Lauenstein wollte nunmehr auch die Lage am Unterlauf der Dubissa bereinigen. Unterdessen trat ein Wechsel in der Vefehlsführung ein. 25.Mai. Mit dem Anwachsen der Armee-Gruppe Lauenstein hatte sich mehr und mehr H S. 103.