Abschluß des Unternehmens gegen Schauten. 113 len—Mitau beiderseits der Muscha, die 6. Kavallerie-Division lag 20 Kilo¬ meter südwestlich von Mitau bei Grünhof und drang am folgenden Tage noch bis zwei Kilometer an die Stadt heran vor. Damit fand die Ver¬ folgung am Abend des 3. Mai ihren Abschluß. ;' ■ ' r i !rM ''j HI j *■! :i Im ganzen hatten nördlich des Njemen etwa 20 russische Batail¬ lone, 20 Schwadronen und 30 Geschütze gestanden, meist Landwehr. Die Vorbereitungen für das deutsche Unternehmen waren ihnen nicht verborgen geblieben, denn zuverlässige Absperrung war bei der Weite des Raumes nicht möglich gewesen. Die russischen Hauptkräfte, yz 68. Infanterie- Division, hatten Skaudwile am Nachmittag des 27. April verlassen und die deutsche 3. Kavallerie-Division durch eine Seitendeckung vom Weitermarsch in entscheidender Richtung abgelenkt. Sie abzufangen, wäre nur noch möglich gewesen, wenn das ganze Kavalleriekorps am 28. April früh sofort die überholende Verfolgung östlich der Dubissa aufgenommen hätte, um sich etwa bei Vubje vorzulegen. Ob das angesichts der teilweise grundlosen Wege gelungen wäre, steht dahin, und damit ergibt sich die Frage, ob es nicht viel¬ leicht zweckmäßiger gewesen wäre, das Kavalleriekorps schon bei Antritt der Bewegung mehr ostwärts, auf Schauten und Vubje statt auf Rossienie und Skaudwile, anzusetzen. Der Gegner konnte am 28. April ungehindert auf der großen Straße von Kielmy nach Vubje weitermarschieren und sich hier und später bei Schauten einen vollen Tag halten. Erst gegen Abend des 30. April erreichte er den Muscha-Abschnitt, den er, nach dem Ausweichen der dort im Wege stehenden deutschen Kavallerie, in der Nacht zum 1. Mai ebenfalls ungestört überschritt. So war es, trotz des keineswegs überstürzten Abzuges der Rüsten den nach Zahl und Kampfkraft stark überlegenen und aus günstiger Richtung angesetzten deutschen Kräften, dabei allein mehr als 40 Schwa¬ dronen und sechs reitende Batterien, trotz äußerster Leistungen von Reiter und Roß nicht geglückt, den Gegner zu fasten. Auf der ganzen Front der Armee-Gruppe beschränkte sich die Beute bis zum 3. Mai auf etwa 2000 Gefangene und vier Geschütze. Das taktische Ziel der Unternehmung, Abfangen und Vernichten der russischen Kräfte nördlich des Njemen, war nicht erreicht worden. b) Die Einnahme von Libau, 1. bis 8. Mai. Am 1. Mat hatte der Oberbefehlshaber Ost über seine wei¬ teren Absichten an die Oberste Heeresleitung gemeldet: „Ziel der Expedition Lauenstein mit Einnahme Schaulens vorläufig erreicht. Weitere Absicht ist, Dubista-Linie zu halten sowie einen Handstreich gegen Libau zu t Weltkrieg. VIII. Band 8