Der Versuch, den Gegner abzufangen. 111 reichen, sondern ging gegen seine Flanke vor. Als der russische Widerstand abends aufhörte, waren links neben der bayerischen Kavallerie auch die 3. Kavallerie- und 78. Reserve-Division eingetroffen. Auf der übrigen Front der Armee-Gruppe hatte sich das mit großen Hoffnungen begonnene Unternehmen ebenfalls in rein frontale Ver¬ folgung verwandelt. Die 6. Kavallerie-Division lag am Abend des 28. April mit ihren vordersten Teilen zehn Kilometer westlich von Telsche, nur etwa zehn Kilometer vor der vordersten Infanterie. Der Gegner war überall im vollen Rückzüge, hatte auch einige hundert Gefangene verloren. Das Ziel des Unternehmens, ihn vernichtend zu treffen, war aber nicht erreicht. Teile der Ostsee-Flotte hatten, solange das Wetter einen Landungsversuch glaubhaft erscheinen ließ, mittags vor Libau gekreuzt. Der Oberbefehlshaber Ost drückte seine Unzufriedenheit mit den bisherigen Ergebnissen des Unternehmens aus. Cr erwartete, wie General von Nichthofen am 28. April abends seinen Divisionen weitergab, „morgen mehr" sowie einen Bericht darüber, warum die große Straße Skaudwile—Schaulen nicht befehlsgemäß am 27. April abends gesperrt worden sei. Als neues Verfolgungsziel, auch für die Infanterie, gab er nunmehr die Linie Radziwiliszki—Schaulen—Popeljany, also den Lauf der Eisenbahn Wilna—Libau. General von Lauen st ein sehte die 78. Reserve-Division und hinter rs. April, ihr die Abteilung Papprih auf der großen Straße gegen Schaulen an; das Kavalleriekorps sollte rechts und links der Straße ausholen, um dem Feinde doch noch in den Rücken zu kommen. Die 78. Reserve-Division fand mittags die Brücke von Vubje zerstört und das Ostufer der Dubiffa beseht; Generalmajor von Müller bog sofort nordwärts über den Windau-Kanal aus, um des Feindes Flanke und den Weg auf Schaulen zu gewinnen. Auch die bayerische Kavallerie-Division wurde durch zerstörte Brücken auf¬ gehalten. So wurde bis zum Abend des 29. April nur die Linie Szawlany (bayerische Kavallerie-Division)—Gegend sechs Kilometer westlich von Vubje (78. Reserve-Division, dahinter Abteilung Papprih)—Kurschany (3. Kavallerie-Division)—Trischki (6. Kavallerie-Division, dahinter 6. Re¬ serve-Division) erreicht. Streifabteilungen der Kavallerie war es gelungen, die Bahn Wilna—Libau beiderseits von Schaulen durch Sprengung zu unterbrechen. Einwohner- und Agentennachrichten über russische Verstärkun¬ gen, die mit Fußmarsch und Bahn von Kowno her in der Vorbewegung sein sollten, wurden durch Flieger- und Kavallerieaufklärung nicht bestätigt. Die 78. Reserve-Division trat nach kurzer Rast schon mitten in der zo.Aprin Nacht zum 30. April wieder an, wurde aber durch russischen Widerstand