Neue Großangriffe im Artois Mitte Juni. 89 teidigungswillen der heldenhaft kämpfenden deut¬ schen Stellungstruppen gescheitert. Die Kampflage der 6. Armee blieb aber auch weiterhin ernst. Die Ober st e Heeresleitung hatte auf die Meldung des Armee-Ober¬ kommandos von den schweren feindlichen Angriffen das von der 3. Armee im Anrollen befindliche VI. Armeekorps zur Verfügung gestellt. Die ein¬ getroffenen Teile, die an den Bahnhöfen Vitry und Biache alarmbereit stehende 22. Infanterie-Brigade, wurden der Armee-Gruppe Lochow über¬ wiesen und von dieser am 16. Juni abends dem VIII. Armeekorps für den Fall angeboten, daß die 16. Infanterie-Division nicht mehr in der Lage wäre, ihre Stellung zu halten. Der Kommandierende General, General Riemann, hielt indessen die Hilfe noch nicht für erforderlich. Am gleichen Tage, an dem die schweren französischen Angriffe erfolgten — am 16. Juni —, erging an alle Armeen der Westfront ein Erlaß des Generals von F a l k e n h a y n, der auf den Ernst der Gesamtlage hin¬ wies: „Nach sicheren Nachrichten werden Franzosen und Engländer ihre Offensive bei Arras fortsetzen und außerdem an anderen Stellen unserer Front angreifen. Cs wird sich hierbei zum Teil um ernsthafte Durchbruchs¬ versuche, zum Teil nur um Demonstrationen zur Ablenkung von Kräften handeln. Seine Majestät erwartet, daß die Armeen mit altbewährter Tapferkeit und Zähigkeit überall die Durchbruchsversuche vereiteln und ihre Stellungen halten. Im allgemeinen können die Armeen nicht damit rechnen, daß ihnen seitens der Obersten Heeresleitung Verstärkungen aus den nur schwachen Heeresreserven zugeführt werden. Sie müssen für den äußersten Notfall aufgespart werden. Ich bitte, diesen Amstand vor Anträgen an die Oberste Heeresleitung in Rechnung zu ziehen. Außerdem macht es die allgemeine Lage dringend erforderlich, daß die Armeen ihnen etwa zuge¬ führte Teile der Heeresreserve sobald möglich der Obersten Heeresleitung wieder zur Verfügung stellen. Ein Fortziehen von Kräften aus dem Osten zur Verstärkung des Westheeres würde die im Osten in glücklichstem Fort¬ schreiten befindliche Offensive lähmen. Jeder Mann der Westfront muß wissen, daß er durch sein zähes Aushalten zur Erringung der Erfolge im Osten wesentlich mit beiträgt, daß diese Erfolge ohne ihn nicht zu er¬ ringen sind." Im Laufe des 17. Juni erneuerten die Franzosen ihre Angriffe gegen n.gunt. dieArmee-GruppeLochow. Diesmal gelang es ihnen, auch bei der 5. Infanterie-Division in die zerschossenen Gräben einzudringen. Sie wurden aber hier, ebenso wie bei der 7. Infanterie-Division und beim I. bayerischen Reservekorps nach anfänglichen Erfolgen wieder zurückgewor¬ fen. An der Straße Aix-Noulette—Souchez im Abschnitt der 8. Infanterie-