74 Die Westfront von Mitte April bis Anfang August 1915. Von 4° nachmittags ab brandeten französische Infanteriewellen gegen die deutsche Front. Bei Ecurie und weiter südlich wurde die Bereitstellung feindlicher Angriffstruppen rechtzeitig erkannt und unter Artilleriefeuer ge¬ nommen; dadurch brachen die Angriffe auf diesem Teil der Front zusammen. Weiter nördlich gelang es dagegen den in dichten Linien vorgehenden Fran¬ zosen, an zahlreichen Stellen in den deutschen Gräben Fuß zu fasten. Erst in der Nacht konnte der Gegner nach erbitterten Nahkämpfen unter erheb¬ lichen feindlichen Verlusten wieder geworfen werden. General vonLochow hatte angesichts der Schwere der Kämpfe beim Armee-Oberkommando die Bereitstellung ftischer Truppen beantragt. Der Armee-Gruppe wurde daraufhin das südlich angrenzende IV. Armee¬ korps zur Verfügung gestellt gegen Abgabe von zwei abgekämpften Divi¬ sionen, die in dem bislang ruhigen Abschnitt südlich der Scarpe eingesetzt werden sollten. 5lm durch den Austausch der Verbände den Gang der Ab¬ wehrschlacht nicht nachteilig zu beeinflussen, stellte am 24. Mai die Oberste Heeresleitung die bei Douai versammelte 111. Infanterie-Division der 6. Armee zur Verfügung. Die Ablösung wurde von der Armee-Gruppe Lochow darauf in folgender Weise angeordnet: die 111. Infanterie-Division übernahm den Abschnitt der 8. Die 115. Infanterie-Division, die bei Neu» ville-St. Vaast schwer gelitten hatte, wurde durch die 58. Infanterie-Divi¬ sion ersetzt. Die 5. bayerische Reserve-Division blieb zunächst noch Heeres- Reserve bei Biache und löste Anfang Juni die 7. Infanterie-Division ab. Das IV. Armeekorps unter dem Befehl des Generals der Infanterie Sixt von Armin sollte westlich von Douai in zweiter Linie bereitgestellt werden, um es zu gegebener Zeit angriffsweise verwenden zu können. 25.bi828.9mof. Die am 25. und 26. Mai mit erneuter Kraft vorbrechenden französischen Angriffe richteten sich hauptsächlich gegen den Abschnitt Lwvin—Souchez; sie begannen am 25. bereits mittags, am folgenden Tage gegen 4° nach¬ mittags. Ohne Rücksicht auf eigene Verluste stürmte die Infanterie des französischen IX. und XXI. Korps wiederholt in dichten Masten vor. Bei Lisvin und an der Loretto-Höhe gingen die deutschen Gräben zeitweise verloren, wurden aber schließlich im Gegenstoß von zusammengerafften Ver¬ bänden der 85. Reserve-Infanterie-Brigade, der 28. und 117. Infanterie- Division wieder genommen. Nahkämpfe mit farbigen Franzosen waren besonders erbittert. Am 27. Mai nahm die französische 70. Infanterie- Division den Kirchhof von Ablain und die südlich anschließenden Graben¬ teile. Da starkes feindliches Feuer die Zurückeroberung dieser Stellung sehr erschwerte und der noch in deutscher Hand befindliche Teil von Ablain der Gefahr der Umzingelung ausgesetzt war, ließ Generalleutnant von Hänisch mit Einverständnis des Generals von Lochow diesen heiß um-