444 Die Offensive der Russen im Herbst 1916 einige Kompagnien von den beim XI. Korps befindlichen zwei Batail¬ lonen der 10. bayr. ID. in das Kelemengebirge abzuzweigen, um den Feind durch das Auftauchen deutscher Helme über die Stärke des Ver¬ teidigers zu täuschen. Die Armee Presan hatte unterdessen ihren Angriff auf Szász Régen eingestellt (S. 319). Auch die aus dem Marostal gegen die Flanke des XI. Korps vorgedrungene rumänische Gruppe und das Bistri^adetache- ment an der Dreiländerecke verhielten sich seit dem 2. Oktober wieder völlig untätig. Als am 4. Oktober rückgängige Bewegungen vor der k. u. k. 1. Armee bemerkbar wurden (S. 325), stießen Streifabteilungen des XI. Korps auf dem Hauptrücken des Kelemengebirges nach Süden und Osten vor, um den Feind zu erkunden. Es zeigte sich bald, daß die Rumänen ihre Stellungen im Gebiet des Petrosul und an der Dreiländer¬ ecke noch besetzt hielten. Starke Schneefälle und Nebel zwangen den rechten Flügel des XI. Korps, in den nächsten Tagen jede Kampftätig- keit einzustellen. Mittlerweile trat die Armee Presan vor der 1. Armee am 6. Oktober den Rückzug an. Es bestand nun die Hoffnung, daß die Rumänen auch ihre Stellungen im Kelemengebirge und an der Drei¬ länderecke bald räumen würden. Um das Zusammenwirken des rechten Flügels der 7. Armee mit der 1. Armee zu gewährleisten, unterstellte die k. u. k. Heeresleitung, wie schon erwähnt, das XI. Korps mit 7. Ok¬ tober dem Gdl.Arz (S.337). Die Armee Letschitzki, die bis zum 28. September ihre allerdings schon erlahmenden Angriffe gegen die k. u. k. 7. Armee noch fortgesetzt hatte, beschränkte ihre Kampftätigkeit anfangs Oktober auf Artillerie¬ feuer und kleinere Unternehmungen. Wohl drängte die rumänische Hee¬ resleitung im Hinblick auf die prekäre Lage ihrer Nordarmee nach Fortführung des russischen Angriffes bei Dorna Watra; doch konnte Letschitzki seinem auf breiter Front verteiltem III. Kavalleriekorps keine weiteren Opfer zumuten, um die Rumänen zu entlasten. Schon machte sich bei den Truppen der 103. RD. eine bedenkliche Kampfunlust bemerkbar. Gen. Brussilow berichtete am 3. Oktober der Stawka über die Lage in den Waldkarpathen. Die Armee Letschitzki hätte mit großen Nachschubschwierigkeiten zu kämpfen. Ihre übermüdeten Divisionen müßten einen Großteil der Infanterie für den Munitions- und Verwun¬ detentransport verwenden und seien aus diesem Grunde sehr geschwächt. Auch stünden auf dem linken Armeeflügel nicht genügend Kräfte für einen entscheidenden Angriff auf Bistritjz zur Verfügung. Letschitzki müsse daher das Eintreffen des zurollenden XXVI. Korps abwarten.