784 Die Sommer schlachten gegen Italien bataillon der Kaiserschützen verteidigte Hauptstellung am Toblinger Knoten angriffen, hatten sie schwerste Verluste zu beklagen, ohne ihrem Ziele nahe gekommen zu sein. Im Sextener Abschnitt stieß nach kräftiger Artillerievorbereitung, die bis zum Dorf Sexten reichte, der durch Teile der Armeereserve (1. ID.) verstärkte rechte Flügel der 10. ID. am 4. August nördlich von der Straße gegen die Höhen Seikofi und Eisenreich vor. Bayern vom Leibregimentx) und Innsbrucker Standschützen bereiteten den Italienern aber einen so blutigen Empfang, daß sie erst im September eine Wieder¬ holung des Angriffes wagten. Wohl aber hielt das italienische Feuer auch weiter an ; es richtete sich vornehmlich gegen die Ortschaft Sexten, die schon Mitte August nur mehr ein qualmender Trümmerhaufen war. Bis Ende August war die italienische 4. Armee ihrem Ziele, der Pustertalbahn, trotz ihrer vielfachen Überlegenheit und bei aller Auf¬ opferung des einzelnen Kämpfers dank dem heroischen Verhalten der durch deutsche Bataillone verstärkten Tiroler Landesverteidiger nicht näher gekommen. Der italienische Angriff im Val Sugana und auf der Hochfläche von Lavarone und Folgaria Mochte auch Cadorna in diesem Zeitpunkte einen Vorstoß der Öster¬ reicher aus Südtirol nicht mehr befürchten (S. 739), so war die Gefahr eines derartigen Unternehmens nicht dauernd gebannt, insolange sie im Besitze des befestigten Sammelraumes von Folgaria und Lavarone stan¬ den, Der erste italienische Offensivsprung hatte die österreichischen Werke nicht überwunden. Nunmehr sollten sie niedergekämpft und der Nordwestrand der Hochfläche in der Linie Cimone A1528 (südlich von Caldonazzo)—Sommo alto (südöstlich von Folgaria) gewonnen werden2). Mit dieser Aufgabe wurde das V.Korps der 1.Armee betraut, von dem die 15. ID. im Suganatal und beiderseits davon, die 34. ID. gegen Lava¬ rone und die 9. gegen Folgaria angreifen sollten. Die Stärke des Verteidigers im Val Sugana, der 52. HaBrig., war seit Mai unverändert geblieben. Die 180. IBrig., die auf den Hochflächen stand, hatte ein Marschbataillon und zwei aus ganz jungen Freiwilligen gebildete oberösterreichische Schützenbataillone zugewiesen erhalten. *) Das Königlich Bayerische Infanterie-Leibregiment im Weltkrieg 1914—1918 (München 1931), 84. 2) Ital. Gstb. W., II, Text, 320 f., Dokumente, 340 f.