774 Die Sommerschlachten gegen Italien hatten das nur halb so starke XV. Korps, das seit Ende Juli vom FML Stöger-Steiner befehligt wurde, vergebens angegriffen und unverhältnis¬ mäßig große Blutopfer bringen müssen. Das Ringen um das Becken von Flitsch Nahezu gleichzeitig mit den Angriffen beiTolmein begann von Mitte August an gegen die an das XV. Korps nördlich anschließende 44. SchD. der Armeegruppe Rohr eine Reihe von Unternehmungen, die die Er¬ oberung des Beckens von Flitsch und das Niederkämpfen der nordöst¬ lich davon befindlichen Sperrwerke zum Ziele hatten. Die Truppen des Verteidigers standen hier, bis auf ein kurzes Talstück östlich von Flitsch, in weit ausgedehnten Hochgebirgsstellungen, die schwer zugänglich waren. Seit dem in den ersten Kriegswochen eingetretenen Verluste der Kammlinie Vrsic—Vrata— Krn war der Verlauf der Front unverändert geblieben (Skizze 32). Auf dem in nordwestlicher Richtung abfallenden Rücken des Vrsic befand sich eine vorgeschobene Stellung zwecks Flankierung der eigenen Verteidigungslinien am Lipnik und Javorcek und zur Beobachtung nicht eingesehener Räume vor der Front. Sonst standen vor der Front im Tale des Slatenikbaches und des Isonzo, dann westlich von Flitsch und am Südwesthang des Rombon nur kleine Aufklärungs- und Sicherungsabteilungen. Bis Anfang August hatte der Feind den das Becken von Flitsch im Westen umschließenden Hochgebirgskamm des Mt. Canin nicht über¬ schritten. Weiter südlich hatten seine Truppen die Talenge nordöstlich von Saga und den Polounikrücken schon Ende Mai erreicht, sich aber dort weiterhin untätig verhalten. Durch Abhorchen italienischer Fern¬ gespräche, dann durch Gefangene und Überläufer war der Verteidiger über Absichten und Kräfteverteilung des Feindes fast bis ins einzelne zutreffend unterrichtet und daher vor Überraschungen gefeit. Doch konnte für die Behauptung des Rombon, von dem aus vor allem die Beobachtung des Beckens möglich war, zunächst nur durch eine geringe Verstärkung; der Besatzung und durch Aufstellen eines Gebirgsgeschützes auf dem Gipfel des Berges vorgesorgt werden. Am 3. August begannen italienische Aufklärungsabteilungen über den westlichen Grenzkamm und von Süden gegen Flitsch vorzufühlen. Der Ausbau eines über die Prevalascharte führenden Weges aus demRaccolana- ins Isonzotal deutete auf die Annäherung von Kräften auch aus dieser Richtung hin. Im Halbkreise vom Neveasattel über Saga, Serpenizza und Ravna schössen sich Batterien aller Kaliber auf die Stellungen und Sperren