Höhe A 118 und Mt. S. Michele im Brennpunkt der Kämpfe 757 Dunkelheit erfolgen sollte, wurde der 61. ID. das KSchR. I (31/2 Bataillone) zugewiesen. Mehrfache Verzögerungen brachten es mit sich, daß der schwierige Gegenangriff doch erst am 26. früh unternommen wurde, wo¬ durch wohl die Höhe A 118, nicht aber die beiderseits anschließenden Stellungsteile zurückgewonnen werden konnten. In dieser kritischen Lage befand sich das k. u. k. VII. Korps, als die italienische 3. Armee am 26. neuerlich zum Massensturm schritt. Beim Korps Erzherzog Joseph standen zur Unterstützung der sehr erschöpften Fronttruppen an vollwertigen Reserven nur das KJR. 4 (zwei Bataillone) und ein Jägerbataillon der 18. GbBrig. hinter der Gruppe Lukachich, zwei Kaiserschützenbataillone hinter der 61. ID. sowie ein Infanterie¬ bataillon am Südflügel der 57. ID. zur Verfügung. Verwendbar, aber von verminderter Kampfkraft waren die auf dem Mt. S. Michele stehende 12. GbBrig., zwei Bataillone hinter der 16. LstGbBrig. und vier Bataillone der 93.ID. bei Merna. Sieben andere hinter der Front befindliche Bataillone waren völlig verbraucht. Die eben eintreffende k. u. 19. LstGbBrig.1) wurde bei Ranziano im Wippachtale versammelt. Den italienischen Ansturm gegen den Mt. S. Michele leitete von Nord¬ westen her die durch Teile der 28. und der 30. ID. sowie durch Bersa- glieribataillone verstärkte 21. ID. ein. Die italienische Artillerie hatte aber die schwachen Hindernisse des Gegners nicht zu zerstören vermocht, und nun stauten sich vor ihnen die dichten Sturmkolonnen, in denen die Ver¬ teidigungsartillerie ein fürchterliches Blutbad anrichtete. Der den An¬ griff leitende Brigadier und viele Stabsoffiziere fielen; dies erhöhte die Wirrnisse in der Führung2). Endlich brach die italienische Infanterie doch vor und gewann nach hartem Kampfe gegen 10h vorm. die Gipfel¬ höhe. Schon zur Mittagsstunde fegte sie jedoch ein Gegenstoß der vom Obst. Schwarzenberg befehligten 12. GbBrig. hinweg, verfolgt vom Feuer der Artillerie, die unter den flüchtenden Italienern blutige Ernte hielt. Mittlerweile war weiter südlich die verstärkte 22. ID. gegen S. Mar¬ tino vorgebrochen, das sie nach Verdrängung des Südflügels der 9. GbBrig. besetzte. Nach der Rückeroberung des Mt. S. Michele wurde der Feind auch hier ohne Einsatz der Korpsreserve aus dem brennenden Dorfe ver¬ jagt und gegen Westen verfolgt. Während nun das erschöpfte XI. Korps Ruhe hielt, brachen das X. und das VII. gegen den Abschnitt Polazzo—Selz vor. Das bis 9h abends !) Die vom Obst. Drennig befehligte 19. LstGbBrig. bestand aus den ungarischen Landsturminfanteriebataillonen III/l, H/3, 1/4, 1/6 und III/12. 2) Ital. Gstb. W., II, Text, 274ff.