708 Der Feldzug von Brest-Litowsk die Verfolgung nicht über die Linie Brest-Litowsk—Grodno hinaus fort¬ zusetzen, es sei denn, daß ein kurzer Vorstoß mit Sicherheit einen er¬ heblichen Vorteil bringen würde. Aus dem gleichen Grunde empfahl er auch nur kleinere Unternehmungen gegen die aus der Festung ostwärts führenden Straßen. Für die Heeresgruppe Mackensen rückte somit die neue Aufgabe des westlich von Brest-Litowsk zu führenden Nordstoßes und damit die Verstärkung des linken Flügels in den Vordergrund. Um die 11. Armee von der Kräfte fesselnden Einschließung der Festung zu entlasten, wurde diese Aufgabe zwischen dem Bug (unterhalb von Brest-Litowsk) und der Krzna der Bugarmee übertragen. Hiezu hatte das Beskidenkorps die Gruppe Plettenberg am 17. und 18. zwischen Koden und Dobrynka abzu¬ lösen, und am 18. das VI. Korps unter den Befehl Linsingens zu treten. Von der 11. Armee hatte das XXII. RKorps — gefolgt von der 119. ID. der Bugarmee im Mündungswinkel der Krzna — an der Einschließung der Festung teilzunehmen, indes das X. RKorps, dem die Gruppe Pletten¬ berg (Garde, 103. ID. und GKD.) nachgesendet wurde, sich schon für den Nordstoß über den Bug bereitzustellen hatte. Dieselbe Aufgabe war zwischen Janów und Niemirów der 4. Armee zugedacht, die allerdings nur mit drei Divisionen (11. ID., 106. LstlD. und 37. HID.) in der Front stand, indes die drei anderen Divisionen (41. HID., 4. ID. und45.SchD.) nördlich von Biala angehalten wurden, um der 11. Armee beispringen, zu können, wenn, wie Falkenhayn besorgte, der Feind „nach Art der Marneschlacht" aus der Festung heraus zu einem Gegenschlag gegen die Flanke der unterhalb von Brest-Litowsk vordringenden Kräfte der Verbündeten ausholen sollte1). Der 18. August brachte an der Einschließungsfront der Korps Mar¬ witz und Arz keine wesentlichen Ereignisse. Das XXII. RKorps und der rechte Flügel des X. RKorps, die 47. RD., hatten aber erbittert kämpfen müssen, bis sie sich die Linie Kijowiec—Lipnica—Tielesnica erstritten. Die am Bug stehende 105. ID. des X. RKorps und die 4. Armee trachteten bereits, das jenseitige Ufer zu gewinnen. Während des ganzen Tages scheiterten jedoch alle Übergangsversuche an der regen und auf¬ merksamen Abwehr des Feindes, und zwar auch dann, als diese Versuche auf die Nachricht, daß der Feind links von der 4. Armee vor der Gruppe Kövess zurückgehe, erneuert wurden. Abends gelang es aber doch, Teile der 105. ID. über den Fluß zu bringen. x) Foerster, 141 f.