688 Der Feldzug von Brest-Litowsk und Teile des Kavalleriekorps Heydebreck, für eine Offensive nicht aus¬ reichend seien. Hierauf wurde vom AOK., auch um den Schute von Sokal zu gewährleisten, am 12. die Verschiebung der 10. ID. und der26.SchD. sowie des IX.Korpskmdos. von der 4. zur I.Armee in die Wege geleitet. Die Armee Linsingen mußte bei der bevorstehenden Vorrückung bald ganz in dem Dienst der immer länger werdenden Bugsicherung auf¬ gehen. Ihr wurde daher die deutsche 22. ID. der 11. Armee zugewiesen. Das deutsche X. Korps sollte folgen, sobald es die Lage bei Ostrów zu¬ ließe. (S. 687). Damit war auch der von Conrad gewünschten Verstärkung des rechten Flügels der Stoßgruppe Mackensens Rechnung getragen. Maßnahmen der russischen Führung Die russische Führung war in diesen Tagen ebensosehr durch die Ereignisse in Kurland, wo die Deutschen am 1. August bis Mitau vor¬ gedrungen waren, wie durch den doppelten Druck beeinflußt, dem die beiden Flügel des noch auf dem „vorderen Kriegsschauplätze" kämpfen¬ den Teiles der Nordwestfront, der 12. Armee östlich des Narew sowie der 3. zwischen Wieprz und Bug, ausgesetzt waren. Da an eine Ver¬ stärkung dieser beiden Armeen nicht zu denken war, entschloß sich Alexejew am 10. August, die 12., die 1., die 2., die 4. und die 3. Armee auf die kürzere und dem Gefechtsstande der Truppen mehr entspre¬ chende Linie Osowiec—Wizna—Ciechanowiec, dann entlang des Bug bis Drogiczyn—Miçdzyrzecze—Wlodawa zurückzunehmen; doch sollte die 3. Armee ihre gegenwärtigen Stellungen oder solche in der Linie Par- czew—Kolacze—Sobibor nicht ohne zwingende Nötigung aufgeben1). Mit diesem Entschluß war nun auch die in der Julikonferenz von Siedlec (S. 610) in Aussicht genommene Verteidigungslinie endgültig preisgegeben. Auch die der 13. Armee zufallende Aufgabe erheischte jetzt eine Entscheidung. Noch immer glaubte die Stawka, von dieser Armee die Behauptung des Bug und die Aufrechthaltung einer engen Verbindung zwischen der Nordwest- und der Südwestfront erwarten zu können. Des¬ halb wollte sie diese Armee nur im äußersten Falle auf die Linie Opalin— Turyjsk oder gar auf Wlodawa—Ratno zurückweichen lassen. Der Führer der Nordwestfront hingegen, der der Armee am 10. August zwar noch die Aufgabe, sich am Bug zu behaupten, zugewiesen hatte, hielt es seiner Überzeugung nach für ausgeschlossen, die Armee dauernd am Bug zu belassen. Abgesehen davon, daß sie hiezu in der immer größer werdenden Ausdehnung zu schwach war, mußte sie alsbald mit den 1) Nesnamow, IV, 93.