Aufschwenken des Südflügels Hindenburgs gegen Osten 685 Der Vorstoß Hindenburgs bis über Ostrów und Lorriza (5. bis 11. August) Hiezu Beilage 36 Mochte Hindenburgs Streben auch noch immer auf eine ausgrei¬ fende Umfassungsbewegung über Kowno gerichtet gewesen sein, so mußte er, den Weisungen der DOHL. entsprechend, doch die Vorrückung auf dem rechten Flügel seiner Heeresgruppe fortsetzen. Da ein Angriff an Warschau knapp östlich vorbei bei dem schon weit fortgeschrittenen russischen Rückzüge keinen Erfolg gezeitigt hätte, ballte der General¬ feldmarschall östlich von Ostroîçka an den inneren Flügeln der 12. und der 8. Armee einen wuchtigen Stoßkeil zusammen, in dem auch eine der beiden vom Westen herangeführten Divisionen Verwendung fand. Am 4. August setzte der gegen den Abschnitt Wyszków—-Ostrów— tom±a gerichtete Angriff ein, wobei das Schwergewicht zunächst beider¬ seits der Bahn Ostrolçka—Sniadowo lag1). In hartnäckigen Kämpfen wurden die inneren Flügel der 1. und der 12. Russenarmee zurück¬ geworfen, am 8. Wyszków und Ostrów und am 10. das befestigte Lomia genommen. Am 11. wurde der Vorstoß mit eng zusammengehaltener Kraft um einen Tagmarsch über Malkin hinaus nach Osten fortgeführt. Südlich des Bug stellten Reiterabteilungen der deutschen 12. Armee mit der k. u. k. 2. KD. des Kavalleriekorps Frommel nördlich von Wçgrow die Verbindung her. Hiemit war der rechte Flügel der Heeresgruppe Hindenburg in eine direkt nach Osten gerichtete Front gelangt, aus der eine den Feind schädigende Umfassung nicht mehr unternommen werden konnte, obwohl südlich des Bug vor den Reitern Frommeis sich noch starke Teile der russischen I.Armee befanden. GFM. Hindenburg befahl daher nach gepflogenem Einvernehmen mit der DOHL. der Armee Gallwitz: Vormarsch in östlicher Richtung mit rechtem Flügel über Ciechanowiec auf Bielsk. Hiemit war der Gedanke an eine Einkesselung russischer Heeresteile zwischen Warschau und Brest-Litowsk „auch an leitender Stelle zurückgestellt; die Periode des Druckes gegen Süden war vorüber"2). Die Festung Nowogeorgiewsk war seit dem 8. August von den Deut¬ schen vollständig eingeschlossen. Hier wie vor der Westfront von Kowno wurde der Angriff auf die Festungswerke eingeleitet. 1) Schwarte, Der deutsche Landkrieg, II, 204 ff. 2) Gallwitz, 327.