532 Einleitungskämpfe an der Südwestfront nach West und Ost Einblick in die österreichischen Stellungen und deren Nachschublinien und ermöglichte es, erstere in Flanke und Rücken zu beschießen. Die Verluste waren daher hier auch dauernd so groß, daß die Deckung der Abgänge durch die Marschformationen knapp noch möglich wurde. Erst mit Fortschreiten des Ausbaues der Stellungen und Verbesserung des Nachschubes senkten sich die Verlusteahlen. Immerhin war es den Truppen, die hier gekämpft und gelitten hatten, sowie ihren tatfreudigen Führern gelungen, durch ihr initiatives Vorgehen gegen die Grenzhöhen den Feind noch auf schmalem Grenzraum derart zu binden, daß sein Vordringen in das Gailtal und weiterhin gegen die Drautalbahn, wenn er sich nicht bedeutend verstärkte, aussichtslos erschien. Der feindliche Führer, Gen. Lequio, hatte sich allerdings scheinbar auch selbst kein so großes Ziel gesteckt. Da die links benachbartie 4. Armee den ihr aufgetragenen Vorstoß nach Toblach unterlassen hatte, von wo sie, im Gail- und Drautal absteigend, der Karnischen Gruppe die Grenzpässe hätte aufriegeln sollen, begnügte er sich mit der Behaup¬ tung des in den ersten Stunden nach der Kriegserklärung besetzten Grenzraumes. Die Kämpfe zwischen Krn und Flitsch von Ende Mai bis Ende Juni 1915 Hiezu Skizze 32 In dem südlich des Kanaltales gelegenen Abschnitte der Armee¬ gruppe Rohr waren es vornehmlich die Artilleriekämpfe bei Malborgeth und die wechselvollen Gefechte um das Krnmassiv, die Führung und Truppe der Gruppe FML. Langer in Anspruch nahmen, während der Raum zwischen Seissera- und oberem Isonzotal samt den Raibier und Flitscher Sperrwerken vom Feinde wenig behelligt wurde. Gegen das FortHensel bei Malborgeth und gegen die Werksgruppe auf dem Predilpaß wirkten zunächst leichte Batterien, die — zum Teil vielleicht schon vor der Kriegserklärung — im Dogna- und Raccolana- tale aufgefahren waren und für deren Feuerleitung der Zweispitz und der Mittagskofel vorzügliche Beobachtungspunkte boten. Vom 12. Juni an beteiligten sich auch schwere Geschütze, darunter 28 cm-Haubitzen, an der Beschießung1). Planmäßig bewarfen sie nun die Werke mit Bom¬ ben und erzielten in den deutlich sichtbaren Zielen zahlreiche Treffer. Da aber die Geschütze zumeist außerhalb der Sperren aufgestellt waren, blieb der italienische Schießerfolg bedeutungslos. Die vom GdK. Rohr i) Ital. Gstb. W., II, Text, 130.