498 Von Gorlice bis Lemberg Auch die 7. Armee sollte diesen Fluß überschreiten, dabei aber die rechte Heeresflanke und den Besitz von Czernowitz verläßlich sichern. Mit diesem Befehl war auf dem Schachbrett der ostgalizischen Wal¬ statt der letzte Zug zur Wiedergewinnung der seit fast zehn Monaten von den Russen gehaltenen Landeshauptstadt eingeleitet. Die entscheidenden Kämpfe um Lemberg Der Morgen des 20. Juni sah die Armee Brussilow überall im Rück¬ zug. Ihr Südflügel bezog in engem Anschluß an den vor Szurmay zurückgenommenen rechten Flügel der 11. Russenarmee auf den Höhen östlich vom Szczerekbach Aufstellung. Die Mitte wich auf den West- und Nordwestabschnitt des Lemberger Schanzenringes : an den Westrand von Sokolniki, auf die Werke östlich von Zimna Woda, auf Rzçsna Polska und auf die Bodenwelle von Brzuchowice, zwischen dem Peltew und der Niederung von Dublany. Nördlich schlössen sich die feldmäßig ver¬ schanzten Stellungen bei Zarudce und Zolkiew an, von wo die Linie längs der nach Rawa Ruska führenden Eisenbahn verlief. Die k. u. k. 2. Armee ließ gegenüber dem weichenden Feinde nicht locker. Sie faßte ihn vielfach noch beim Abbruche der alten Stellungen und blieb ihm an den Fersen. In scharfer Verfolgung gewann das V. Korps, an dessen Südflügel die bei Koiodruby über den Dniester ge¬ setzte 51. HID. eingegriffen hatte, am 20. abends den Szczerekabschnitt, das XVIII. Korps mit der 1. LstlBrig. und der 9. ID. die Linie Pusto- myty—Nawarya—Sokolniki. Vom XIX. Korps gelangte die 29. ID. bei Zimna Woda, die 13. SchD. bei Rzçsna Polska ins Vorfeld des Lemberger Gürtels, indes die 34. ID. bei Mszana ins zweite Treffen genommen wurde. Das IV. Korps erreichte mit seinen drei Divisionen Rokitno und den Raum südlich und südöstlich davon und schickte Erkundungsabtei¬ lungen gegen die russischen Schanzen vor. Das Beskidenkorps drang, gegen Osten gewendet, nördlich von Rokitno unter mannigfachen Nach¬ hutkämpfen auf gleiche Höhe mit der Masse der Armee vor. Gegenüber dem Südflügel der 11. Armee hatte sich das russische VIII. Korps auf den Höhen südwestlich von Glinsko, vor diesem Ortç und an den Waldrändern östlich von Kunin neuerlich festgesetzt. Bei der Wichtigkeit, die der Besitz von 2olkiew für die Behauptung von Lemberg hatte, versuchten die Russen die Abwehr durch zahlreiche, aus der Front geführte Gegenstöße zu verstärken. Die Zurückweisung solcher Angriffe nahm bei dem gegen Glinsko vorgehenden XXXXI. RKorps die