Der Angriff auf Pralkowce 433 hynien hinein. Dabei wechselten die Nachrichten über die Absicht der Russen, die Sanfeste zu behaupten oder preiszugeben, wie die tatsäch¬ lichen, einander jagenden Entschlüsse der russischen Generale. Mit umso größerer Ungeduld sahen die obersten Führer der Verbündeten dem schon angeordneten, aber längere Vorbereitungen heischenden Angriff auf die Festung entgegen. Als am 26. abermals Nachrichten über die knapp bevorstehende Preis¬ gabe von Przemysl einlangten, erließ das 3. Armeekmdo. an das X. Korps- kmdo., dem nun auch die Gruppe FML. Anton Bellmondx) unterstellt wurde, den Auftrag, nach Vollendung des Artillerieaufmarsches das Werk Pralkowce und die Höhen zwischen diesem und dem Orte Grochowce anzugreifen. FML. Martiny nahm den 30. als Angriffstag in Aussicht. Diese Fristerstreckung wurde aber der Ungeduld der Heeresleitung zu¬ nächst nicht völlig gerecht, namentlich dann, als ihr am 28. die irrtüm¬ liche Nachricht zukam, die ll.bayr. ID. gehe die Werke an der Nord¬ front schon am 29. an. Am 28. abends langte bei den in Mittelgaliziejn bodenständigen Divisionen Martinys die auf den Vorschlag des Chefs des Generalstabs durch den Armeeoberkommandanten Erzherzog Fried¬ rich erlassene Aufmunterung ein : „Ich bin überzeugt, daß das X. Korps nicht zögern wird, seine Festung wie der zunehmen." In der Tat hatte GO. Mackensen an diesem Tage die ll.bayr. ID. angewiesen, nunmehr zum Angriff zwischen den Werken X und XI zu schreiten. Aber dieser Angriff sollte, artilleristisch gründlich vorbe¬ reitet, erst am 31. unternommen werden, was das k. u. k. X. Korpskmdo. gerade noch rechtzeitig erfuhr, um den auf Befehl des 3. Armeekmdos. schon für den 29. abends angeordneten Sturm wieder auf den nächsten Tag oder die diesem folgende Nacht verschieben zu können. Die Hauptkraft der 24. ID., GM. Schneider v. Manns-Au, wurde gegen Pralkowce, die 45. SchD., FML. Smekal, gegen Lipnik und die Höhen nordwestlich von Grochowce angesetzt (Beilage 9). Die artilleristische Vorbereitung forderte besondere Rücksicht auf die ziemlich knappen Munitionsvorräte, über welche die ohnehin nicht allzu zahlreiche Ar¬ tillerie2) verfügte. Schon schien die kaum merkbar verminderte Gegen¬ wirkung der russischen Artillerie zu der Meinung zu berechtigen, daß es erst am 31. bei Morgengrauen zum Infanterieangriff kommen werde. 1) Diese Gruppe bestand aus den westlich vom Wiar stehenden Teilen der 11. ID. und aus der gleichfalls dort eingesetzten 1. LstlBrig. 2) Beim X. Korps waren insgesamt eingeteilt : 80 Feldkanonen, 28 Feldhaubitzen,, 27 schwere Haubitzen, 2 Gebirgskanonen, 8 30.5 cm-Mörser. II 28