Weichen der Front Pflanzers bei Czernelica 359 konnte hier kein Feuergewehr entbehrt werden. Wieder wandte sich Pflanzer-Baltin an Linsingen und ersuchte ihn, die Gefahr durch einen Entlastungsstoß nördlich vom Mszanatale gegen den Neriedów zu bannen. Mit eigenen Offensivplänen beschäftigt, versagte jedoch der deutsche Ar¬ meeführer seine Unterstützung. Ljubicic mußte am 10. seine Front zu¬ rücknehmen und wurde tags darauf vom Feinde, dessen Stärke auf dreißig Bataillone der 37. ID. und der 74. RD.1) geschätzt wurde, heftig be¬ drängt; wenigstens konnten doch die russischen Angriffe im Mszanatale abgeschlagen werden. Der Hauptangriff der Russen richtete sich aber gegen Marschall und Czibulka. In der Nacht zum 10. wurde die Front der 15. ID. bei Chocimierz eingedrückt; die wackeren Truppen drangen zwar wieder vor, verloren jedoch abermals die Anhöhen nördlich des Ortes. Das russische XXXIII. Korps erweiterte am 10. seinen Brückenkopf, so daß sich Marschall trotz der ihm zugeführten Verstärkungen nur in der Linie Michalcze—Siemakowce—Olejowa Korolówka bis zur Dniester- schleife nordöstlich von Obertyn zu behaupten vermochte. Am rechten Flügel Marschalls befehligte GLt. v. Heydebreck (deutsche 5. KD. und Obstlt. Békési), am linken FML. Kaiser (halbe 42. HID., halbe 5. HKD., 8. KD. und sieben Bataillone der Gruppe GM. Eckhardt, bestehend aus einem Kaiserschützenbataillon, Teilen der 42. HID., drei Landsturm¬ infanteriebataillonen, einem Gendarmeriebataillon und einem kombi¬ nierten Infanteriebataillon der Gruppe Rhemen). Bei Uscieczko und unterhalb davon konnten alle feindlichen Über¬ gangsversuche vereitelt werden; ihr Gelingen hätte die Stellungen Mar¬ schalls unhaltbar gemacht. Unaufhörlich hämmerte der Russe gegen die erschöpften Verteidiger los; doch die brave Truppe hielt stand. Abermals holte die russische Führung zu einem Stoße westlich vom Brückenkopfe bei Czernelica aus. Am 11. mittags erlag der rechte Flügel der 15. ID. einem scharfen Angriffe, wodurch auch die Front Marschalls aus ihren die Übergangsstelle des XXXIII. Russenkorps umklammernden Stellungen weichen mußte. Die Abwehr vermochte sich erst wieder im Abschnitte Horodenka—Okno—Obertyn und südlich von Chocimierz zu festigen. Feindliche Kavallerie ritt gegen Horodenka an, wurde aber als¬ bald durch die in ihre Reihen einschlagenden Artilleriegeschosse zur Um¬ kehr gezwungen. Ebenso schwer gestalteten sich am 10. und 11. die Kämpfe der Ost¬ gruppe. Als aber hier zwei aus der Gegend von Zaleszczyki herbeige- 1) Auch Teile der russischen 11. und der 32. ID. wurden hier festgestellt.