90 Der Karpathenwinter 1914/15 der Angriff des Korps Gallwitz am 31. planmäßig fortgesetzt werden; doch kam es zu einem ernstlichen Vorgehen an diesem Tage nicht mehr. Das Kavalleriekorps Richthofen erstritt sich schließlich noch endgültig den Brückenkopf von Inowlodz durch die Säuberung des Raumes im Mündungswinkel des Slomiankabaches. Damit waren die Kämpfe der 2. Armee bei Tomaszów beendet. Die Ungunst der Witterung, zuerst Kälte, dann Nässe und Tauwetter in den Weihnachtstagen, hatte Erfrierungen und Gelenkskrankheiten zur Folge, auch mehrten sich die Ruhr- und Flecktyphusfälle. Böhm-Ermolli beschränkte sich mit seiner nur noch etwa 38.000 Gewehre und 2700 Reiter zählenden Armee auf die Festhaltung der erreichten Linien und war dadurch in der Lage, die abgekämpfte 35. ID. und das Kavallerie¬ korps Hauer zu ihrer dringend notwendigen Retablierung aus der Front zu ziehen. Im Laufe des l.und des 2. Jänner 1915 traten die 27. ID. zum IV. Korps und alle südlich von der Pilica zur Unterstützung der 2. Armee verwendeten deutschen Verbände wieder zur 9. Armee. Die 7. KD., die schon während der Novemberoperationen bei Zdunska Wola im Verbände des Korps Frommel tapfer gefochten hatte, wurde der 2. Armee unterstellt. Um die Jahreswende fielen die Verbündeten nach ruhmreichen Kämpfen im Weichselbogen überall in die Verteidigung zurück. Nördlich vom Strome war das Korps Graudenz wieder bis Bielsk, Ciechanów und Przasnysz vorgerückt, als die russischen Hauptkräfte vor dem Angriffe Mackensens hinter die Bzura und Rawka zurückgingen. In Ostpreußen hielt die 8. Armee gegen die Offensivunternehmungen der russischen 10. Armee stand. War es nun auch den beiden im Zentrum der Gesamtfront befind¬ lichen öst.-ung. Armeen Dankl und Böhm-Ermolli nicht mehr gelungen* den Feind bis an die Weichsel zu drängen, so hatten sie doch die Opera¬ tionen Hindenburgs bis zur Lahmlegung der „russischen Dampfwalze" wirksam unterstützt, indem sie sich zuerst dem heranbrandenden feind¬ lichen Heere an der schlesischen Lücke entgegenstellten, durch ihren An¬ griff die 4. und die 9. Armee festhielten und dadurch erhebliche Kräfte des Feindes an einem Eingreifen gegen die deutsche 9. Armee verhinderten. Noch ahnte niemand, daß, gleichwie schon seit einiger Zeit der Be¬ wegungskrieg gegen die Alliierten im Westen und gegen Serbien zum Stillstande gekommen war, den Streitkräften der Mittelmächte auch gegen Rußland, trotz einzelner Versuche, den Bann zu brechen, viele Monate hindurch kein entscheidender, raumgreifender Fortschritt be¬ schieden sein sollte. Allerdings hatte auch das AOK. nunmehr den Ein¬ druck gewonnen, „als ob die Aktionskraft beider Gegner im Erlahmen