137 das Regiment tn Langemark, die Brigade in Vijfwegen, die Division in Staden. Im September war die vordere Linie bei Langemark, der K.T.K, bei Schreiboom, das Regiment in Schaap Balte, die Brigade in Stadenberg. Heute, Ende Oktober, ist die Front vor Schaap Balte, das Regiment tn Stadenberg. Bei Vijfwegen liegt der K.T.K. Zur Rechten der Komplex des Houthulster Waldes. Früher wimmelte es hier von Batterienestern. Die Infanterie kannte den ver- wunschenen Wald nur vom Durchmarschieren und vom Aufenthalt in der Bereitschaft her. Wie ein Igel mit seinen Borsten, so starrte der niedergetretene Wald mit seinen Rohren. Die Bäume zersplitterten, ver- brannten, zerrissen, niemand kümmerte sich darum. Die stählernen Rohre traten ihre Erbschaft an. Es wurde ein Wald aus Feuerschlünden, der nachts unter infernalischem Getöse seine grauenvollen Blüten trieb. Auch das hat sich verändert. Im Südwesttetl des Waldes und an seiner Südfront entlang bis nach Schaap Balie hat sich der Infanterie- kämpf eingenistet mit seinem dünnen Gesechtslärm, seiner blutigen Hast, seiner gefräßigen Ruhelosigkeit. Die Batterien sind Schritt für Schritt rückwärts gekrochen, viele haben den Wald schon nach Osten verlassen. In dem Mannekenhos, ehemals Stand des Artilleriegruppenkommandeurs, sitzt heute der K.T.K. Wo der K.T.K. sitzt, da ist es vorüber mit Wald- idylle, Bachgrund, Wiesengrün und Kaninchenjagd. Der K.T.K. braucht ein niedergehämmertes Feld, braun, klebrig, zäh, gleichförmig, damit nur ja den Menjchen, die hier einander den Besitz der Granatlöcher streitig machen, nicht der Gedanke kommt, es liege hier eine groteske Verwechslung zwischen Waldfrieden und Trichterfeld vor. Zur Linken, von Vijfwegen aus, schaut man durch sine sanfte Mulde nach Tiendenberg und Westroosebeke. Es gab eine Zeit, da man. auf der Anhöhe von Westroojebeke stehend, am Horizont rings um Dpern diese furchtbare Schlacht brodeln sah wie das graue Meer, weit von landein- wärts erblickt. Dann hatte man das beklemmende Gefühl, das sich mit- fühlender Menschen stets bemächtigt, wenn sie ihre Mitmenschen einem bitteren Schicksal unterworfen wissen, das man ihnen nicht abnehmen kann. Kriegsberichterstatter wurden auf diesen bevorzugten Punkt der flandrischen Bühne geführt, sie schrieben dann gefühlvolle und schön stilisierte Berichte, wobei sie bisweilen die Entfernung bis zur Front ein wenig unterschätzten. Sie wurden gewissermaßen der Empfindung teil- haftig, auf einem Feldherrnhügel zu stehen, von dem aus die Schlacht gelenkt wird. Ihre Berichte gewannen durch solch' heroische Vor- stellungen an Schwungkraft. Gelangten sie einige Wochen später in