100 ihre Beobachtungen freigebig und reichlich mit schwerem Flachfeuer von jenseits des Merkmals her. Zudem lag zwischen Schreiboom und der Bahn ein deutsches Feldartillerienest, aus drei vorgeschobenen Batterien bestehend. Auch daran nahm der Engländer Anstoß und befunkte den Raum nächtens mit Gas und am Tage mit Brisanzmunition, daß den deutschen Arttl* leristen Hören und Sehen verging. Wie oft muhten sie ihre Geschütze vorübergehend stehen lassen und in den Trümmern von Schreiboom einen kümmerlichen Schutz suchen. Das alles war einmal. Seit dem letzten Augustdrittel kracht das morgendliche englische Vernichtungsfeuer diesseits von Langemark, und die deutschen Batterien, soweit sie ihre Rohre haben bergen können, hocken in einem neuen Sumpfnest hinter der Straße von Poelkapelle nach dem Houthulster Wald. Bon dort her zischen ihre Eisentöpfe haar- scharf über Schreiboom hinweg und schlagen Schwärme von Funken aus den rauchenden Steinhaufen, die einst Langemark hießen. Schreiboom hat eine Metamorphose durchgemacht, die sehr zu seinen Ungunsten ausgefallen ist. Geradezu schauderhaft aber ist es ge- worden, seit der Regen eingesetzt hat. Der Boden zwischen dem Steenbeek und dem Broenbeek erhebt sich kaum um einen einzigen Meter über den Spiegel der Bachläufe. Die Bachläufe sind von abertausend Granateinschlägen zerfetzt und ver- quollen und als solche überhaupt nicht mehr zu erkennen. Das ganze Zwischengelände kst ein einziger Trichtermorast, braun, klebrig, ver- schlämmt und ungangbar. Nur der höher gelegene Bahnkörper und der festere Unterbau der Straße gestatten noch einen bescheidenen Ver- kehr zwischen dem Vorfeld und der Hauptwiderstandslinie. Mit geschwollenen Füßen, bis auf die Haut vom Regen durchnäßt, vervreckt und verschmiert, liegen die Postierungen am Ostrand von Langemark. Nicht einmal das Brot im Brotbeutel bleibt trocken. Die Gewehre und leichten Maschinengewehre verschlammen, wenn man sie auch vorsichtig auf die Ränder der Trichter legt. Was nützt es, wenn die Zeltbahnen das Wasser von oben abhalten. Es kommt von allen Seiten und von unten, und man müßte jeder Gruppe ein Ponton mit- geben, wenn man sie gegen dieses nasse Elend einigermaßen schützen wollte. Das alles könnte man wohl noch ertragen, wenn der Engländer nicht wäre. Aber seit die Tommies Grund haben, zu befürchten, daß