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Mannschaften dieser Batterie außer Gefecht gesetzt waren, wurde ich mit der
weiteren Führung beauftragt, um unter Zuteilung einiger Ersatzmanuschaf⸗
ten die Bedienung der wenigen noch brauchbaren Geschütze möglichst lange
Zeit aufrecht zu erhalten. Aber kaum zwei Tage später mußte diese Batterie
als vollkommen abgekätnpft herausgezogen werden. Unser Abteilungskomman⸗
deur Major Zimmermann, welcher zugleich Gruppenführer in diesem Ab—
schnitt war, ordnete die Säuberung und Rückeroberung der abgeschlachteten
Batterie Viers 3./40 durch die 3. Kompagnie unseres Inufanterie⸗Regiments
Nr. 1092 an und schilderte den traurigen Fall wie folgt:
„Ich bat den Führer einer Kompagnie, Infanterie-⸗Regiment 3./192,
die vor ihm aus etwa 200 Meter halblinks liegende Stellung der abgeschlach⸗
teten 3. Batterie, Regiment 10 zu säubern. Schließlich gab ich ihm dienstlich
den Befehl, mit einem Zuge diese Aktion einzuleiten. Ich sagte ihm: „Sie
werden viele Gefangene machen, kaum Verluste haben und schließlich ist es
ganz gleichgültig, ob Sie 200 Meter weiter vorn, oder hinten in Reserve
liegen. Ubrigens finden Sie dort auch Deckung für Ihre Kompagnie in einer
ähnlichen Artilleriestellung.“ (Das waren unsere Batteriestellungen).
Unter Führung des tapferen, leider viel zu früh gefallenen Lt. Hellmut
Müller, 3./192, wurde der Auftrag glänzend erfüllt. Die Kameraden
Tirrlich, Beyrich, Berudt, Richter, Kurt, Feldw. Schubert, Frübus, Kurt,
—D0 sich hierbei ebenfalls
besonders hervorgetan. Kamerad Frübus ist in Kameradenkreisen wohl be⸗
kanut durch seine kriegsgeschichtlichen Vorträge, vor allem auch durch seinen
gut gewürzten Humor, den er besonders vor dem Feinde, Kameraden gegen⸗
über bewahrte und ihnen damit über schwere Stunden oft hinweggeholfen
hat. Kamerad Frübus verdanken wir den 192er Marsch.
Major Zimmermann folgte der Kompagnie, um sie im Gelände anzu—
weisen. Es wurden auch von ihr allerhand Gefangene gemacht. Marokkaner,
Turkos und dergleichen Kulturträger der Grande Nation wurden aus ihren
Verstecken herausgeholt und sollten erschossen werden, was ich verhinderte.
Allerdings, als ich sah wie diese Bestien in der unglücklichen Batterie 3./10
gehaust hatten, konnte ich die Wut unserer Jufanteristen begreifen.
Da lagen nun die mir aus den vorhergegangenen Kämpfen so nahe
stehenden Offiziere Viers und von Gündell, letzterer mit ausgestochenen
Augen wie auf dem bekannten Bild „Tod der ESchill'schen Dffiziere“, die
anderen habe ich kaum wiedererkannt. Mir blutete das Herz. Weiter oben