Full text: Die Schlacht bei Tannenberg

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ihnen nach rückwärts. Eine zweite Gruppe faucht aus den 
Rohren. Da gibt es auch in den Reihen der Musketiers 
kein Halten mehr. Die ganze Front steht auf wie ein Mann 
und stürzt vorwärts. Jeder will der Erste sein. Das ist 
zuviel für die Mufchiks. In haltloser Flucht fluten ste bis 
hinter den Kownatken-See zurück. Hunderte von Gefange 
nen bleiben verwundet und unverwundet in der Hand der 
Verfolger. Todmüde rasten die Regimenter der Westgruppe 
auf dem Gefechtsfeld. Drohend erheben stch vor ihnen in 
der Abenddämmerung die Höhen von Usdau. Biwackfeuer 
zeigen an, daß ste noch immer besetzt stnd, daß noch Harke 
Arbeit für den nächsten Tag übrigbleibt. 
Siege wollen erkämpft sein 
Die ersten Strahlen der Sonne leuchten in der Frühe 
des 27. August über den Dächern von Löbau, als beim 
AOK. die Motore der Kraftwagenstaffeln zu rattern be 
ginnen. Der Oberbefehlshaber und sein Stab stnd im Be 
griff, die Fahrt nach dem Gefechtsstand am Südende des 
Gr. Damerau-Sees anzutreten. Ein Ordonnanzoffizier tritt 
an den Wagenfchlag: „Meldung vom I. Armeekorps: Us 
dau seit 5 Uhr früh im Befitz der l. Infanterie-Divifion. 
Verfolgung in allgemeiner Richtung Neidendurg einge 
leitet." Ein Leuchten stiegt über die Züge des Oberbefehls 
habers von Hindenburg. Auch der neben ihm fitzende Chef 
des Stabes, Ludendorff, atmet auf: „Gott sei Dank, die 
Schlacht ist gewonnen," und zu dem Kraftwagenführer ge 
wandt: „Vorwärts, wir find vorn von nöten!" Die Kraft- 
wagen scheinen ihre Schnelligkeit zu verdoppeln. 
Das Blau des Sees winkt. Die Kraftwagen halten. 
Die Offiziere steigen die Höhe hinan, spähen gespannt nach 
Osten. Was ist das? Auf den Höhen von Usdau lagert
	        
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