Full text: Jahresbericht des Akademischen Görres-Vereins München und des Akademischen Leo-Vereins Innsbruck für das Jahr 1906/7 (1906/7)

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Überhaupt weiß der Görresverein heiteres jugendliches Gemüt 
sehr wohl mit ernstem Streben zu verbinden. Das z,eigte auch 
der Faschingsabend, an dessen Idee: „Eine Räuberhöhle“ wohl 
so manches gelehrte Philisterhaupt noch mit Schreckten denkt. 
Ein Tanzkränzchen im Rokokosaal des alten Iiackerbräu- 
hauses, das sich eines sehr großen Besuches erfreute, nahm 
einen sehr gelungenen Verlauf. 
Einem längst gefühlten Bedürfnis Rechnung tragend, wurde 
auf Anregung des Akademischen Görresvereines die „Münchener 
sozialwissemschaftlich-caritative Vereinigung“ als sozialwissen 
schaftliche Sektion des Akademischen Görresvereines in München 
gegründet. Der Akademische Görresverein hat das Recht, jeweils 
"den ersten Vorsitzenden zu ernennen. *) 
Die glanzvollste Veranstaltung des Wintersemesters büdete 
der „Liederabend“ des Akademischen Görresvereines in dem bis 
auf den letzten Platz gefüllten Saale des ,,Kollergartens“. Unser 
Vorstand hieß die erschiei Wien Gäste willkommen und begrüßte 
solche Liederabende als senr wohl passend zu unserem wissen 
schaftlichen Prinzip, als eine Verbindung des Schönen mit dem 
Wahren. Eine besondere Ehre wurde uns hiebei zuteü durch den 
Besuch des hochwürdigsten Herrn Abt P. Gregorius Dann er 
von St. Bonifaz. Auserlesen war das Programm, das Herr Ehren 
philister Prof. Müller, der Komponist der Oberammergauer 
Kreuzesschule, die Herren Philister Kronseder und Martin 
zum Vortrag brachten. Die Pausen füllte Herr A ring er mit 
seinem künstlerischen Violinspiel aus. 
Am Eröffnungsabend des Sommersemesters sprach Aktiver 
Koch über: Astronomische Orts- und Zeitbestimmung. 
An der Fronleichnamsprozession nahm wie alljährlich die 
gesamte Aktiv!tas teil. 
Am 5. Juni wurde unser lb. Philistervorstand Dr. Ernest 
Li n d 1 zum Universitätsprofessor ernannt, was die Aktivitas 
benützte, ihm zu Ehren eine kleine Feier in dem sinnig dekorierten 
Vereinslokal zu veranstalten. 
Ferner freut es uns, über die Habilitation! unseres Philisters 
Dr. Königer (Ende Juli) berichten zu können. Am 18. Juni 
sprach Herr Prof. Msgr. Oereb otani über einige seiner 
neuesten Erfindungen. Besonderes Interesse bot seine Typentele 
graphie, die bereits von der bayrischen Regierung angenommen 
wurde und wegen ihrer Einfachheit wohl allseitige Aufnahme 
finden wird. 
*) Näheres siehe in den »Statuten der Münchener sozial wissenschaft 
lichen Vereinigung«, sowie Nr. 5 und Nr. 8 der »Bayrischen Charitas 
blätter«, 1907.
	        
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