Full text: Jahresbericht des Akademischen Görres-Vereins München und des Akademischen Leo-Vereins Innsbruck für das Jahr 1906/7 (1906/7)

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Frage. Um so lobenswürdiger und schöner ist es für jene Aus 
nahmsindividuen, die es über sich bringen, dem flotten Burschen 
lehen einer Verbindung zu entsagen und ernsterem Trachten sich 
zu widmen. 
1. Chronik des Vereinsjahres 1906—1907. 
Der akademische Leo-Verein kann trotz der erwähnten Miß 
stände auf ein fruchtbares, ereignisreiches Jahr zurückblicken.. 
Der Verein zählte im Verlaufe des Jahres 7 Ehrenmitglieder, 
8 Ehrenphilister, 42 Philister, 15 Inaktive und 10 Aktive. Die Vor 
träge ernteten stets regen Beifall und riefen oft sehr belehrende und 
iange Debatten hervor. Hervorgehoben werde das Entgegen 
kommen, das der Verein von seinen Ehrenmitgliedern und ehren 
werten Gästen erfuhr. Ganz besonderer Dank sei dem Ehrenmit- 
gliede Dr. Hans Malfatti gesagt, der das Vereinsjahr mit 
einem für die akademische Jungmannschaft interessantem Vortrage: 
,,Über die Alkoholfrage“ er öffnete. Ebenso dem k. u. k. Leutnant 
Friedrich Freiherr v. Handel-Mazzetti, der den Verein mit 
einem Vortrage über die vierte Berg-Iselschlaeht beehrte. Herz 
licher Dank sei ferner den Hochwürden Herren P. Zehen- 
gruber S. J. und Prof. Dr. Kern S. J. gesagt, ersteigern für 
seinen schönen Vortrage ,,Der Patriotismus eines Katholiken“, 
letzterem für den interessanten Vortrag ,,Die Bewohner der Fix 
sterne“, der den würdigen Schluß des Winterhalbjahres bildete. 
Aus dem Reiche des Jules Verne führte Hochw. Mons. Dr. Eugen 
FI i 11 in a n n die Hörer wieder zur Erde zurück und wußte mit 
dem Vortrage ,,Die Steuerreform, die Hauptaufgabe des Reichs 
rates“ das Interesse aller zu fesseln. Einen passenden Schluß 
fand das Sommerhalbjahr und damit das ganze Jahr durch den 
Vortrag des Hochw. Flerrn Universitätsprofessors P. Krus: 
,,Die wissenschaftliche Grundlage des Sozialismus.“ 
Mit der ernsten Wissenschaft ist die Tätigkeit des Vereines 
aber noch keineswegs abgetan. Mit der Wissenschaft w.urde die 
Poesie gepflegt, die Sangeskunst geübt, ja selbst Tragödie und 
Komödie wurden aus dem Winkel geholt, in dem sie gelassen 
waren. Der Nikolo ist nach mehrjährigen^ Fernbleiben wieder ein 
gekehrt und brachte vieles mit, Gaben und Gedichte, und verteüte 
alles mit Witz und Laune nach Verdienst und Gebühr. An dieser 
Stelle möge ihm der Dank des Vereines ausgesprochen werden. 
Ein schöner Glückstopf setzte jenem Abende die Krone auf; 
niemand ging mit leeren Händen nach Hause; möge der liebe 
Nikolo auch fernerhin dem Vereine gewogen bleiben.
	        
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