Volltext: Die Mannschaft 2. Band (2. Band / 1937)

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„Ietzt hieß es, eintreten oder Latorga! Sie sind nämlich scharf auf 
deutsche Offiziere, die von der weißen Armee, müßt ihr wissen . . . Was 
blieb mir also übrig!" 
„Klar", sagt der Berliner. 
„Ia, wer nicht fortgeht, kommt nicht heim", sagt der Lürassier. wir 
schweigen etwas, das Feuer lodert, ich ziehe Zigaretten. 
„Teilt sie euch, Lameraden", sage ich leise. Der Berliner teilt sie aus, 
alles qualmt hingegeben. 
„Wissen Sie nichts von Deutschland, Herr Fähnrich?" fragt ein kleiner 
Glatzkopf endlich, der oftmals hustet. 
„Nicht mehr als ihr ..." 
„Ist es nicht bald zu Ende, Herr Fähnrich?" fragt der Lleine weiter. 
„Ich weiß nicht, Linder, niemand weiß das. Ich hoffe aber —" 
„Ich glaube, wir erleben's nicht mehr", meint der Berliner. Ls klingt 
leichthin, aber man fühlt die graue Schwere dahinter. 
„Und wenn wir es trotzdem erleben sollten, sieht es vielleicht daheim 
nicht anders aus, als hier", flüstert der Lleine. 
„Ausgeschlossen", ruft der Berliner. 
„Niemand weiß das . . .", sagt der Lürassier. „Ich aber meine auch, 
daß wir es nicht mehr wiedererkennen. Nach dem Vertrag, nach dem 
Versalljer Friede ..." 
„Ia, Elsaß-Lothringen ist weg", knurrt der Berliner. 
„Ach, Elsaß-Lothringen . . ." ruft Fleetmann heftig. „Aber Ober 
schlesien . . ." 
„Ia, das ist auch futsch", meint der Berliner. 
„Und Schleswig-Holstein wollen sie auch rauben, den Dänen geben", 
sagt Fleetmann leise. „Ich bin von dort zuhaus, von Flensburg her, und 
soll nun dänisch sein, wenn ich nach Hause komme? Nein, das verstehe 
ich noch nicht. . ." 
„Und Westpreußen", sagt einer dunkel. 
„Mein Gott . . ."
	        
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