Full text: Die Zweierschützen im Weltkrieg 1914 - 1918 2. Heft (2. Heft / 1931)

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traf an Ort und Stelle die Verteilung der Bataillone, worauf mit einbrechender Dunkelheit sich die 
Ablösung durch das nachgeführte 2. und 3. Bataillon reibungslos, vom Feinde unbemerkt, vollzog. Sie 
war um 11 Uhr nachts beendet; 3 Verwundete waren die Opfer des Tages. 
Am 6. Juni beobachtete das Regiment das Wirkungsschießen eigener Artillerie auf den Mt. Lemerle 
und darauf den Angriff der 34. Jnfanterietruppendivision, der aber trotz dem vorhergegangenen, schein 
bar verheerenden Artilleriefeuer nicht vorwärts kam. 
Beim Regiment machte sich der Mangel an Trinkwasser sehr empfindlich bemerkbar, denn es gab nur 
Tümpel mit pfützigem Wasser in zisternenartigeu Erdlöchern im Abschnitt. 
Am 7. Juni erzielten die feindlichen Schrapnells einen Schwerverwundeten beim Regiment. Nach 
mittags besichtigte der Negimentskommandant nüt Hauptmann Doöekal und Oberleutnant Dr. Langoth das 
Fort Pta. Corbin, das die furchtbare Wirkung der österreichisch-ungarischen schweren Artillerie vor Augen 
führte, die es begreiflich machte, daß es da kein Festhalten der Italiener mehr gab und daß das Felsennest, 
trotzdem es sturmfrei schien, erobert werden konnte. 
Abends setzte wieder lebhaftes Jnfanteriefeuer gegen den Mt. Lemerle ein. 
Am 8. Juni beschoß die feindliche Artillerie von 1 Uhr nachnüttags bis zum Einbruch der Dunkel 
heit die Stellungen der beiden Bataillone in der vorderen Linie. Feindliche Patrouillen, die es auf die 
von Leutnant Gaisbauer festgehaltene Straßensperre bei der Brücke 920 im Val Canaglia abgesehen hatten, 
wurden blutig abgewiesen. Die Verluste des Tages waren 1 Toter, 5 schwer und 2 leicht Verwundete. 
Am 9. Juni begann die feindliche Artillerie schon um 6 Uhr früh mit der Beschießung, die bis Mit 
tag, ohne wesentlichen Erfolg, andauerte. 1 Leichtverwundeter. 
Auf Grund des um 10 Uhr 45 Minuten vormittags ergangenen Befehles: ,,Landwehrinfanterieregiment 27 
übernimmt von Landwehrinfanterieregiment 2 das Frontstück Mga. Foreella — Brücke 920 (wird von Land 
wehrinfanterieregiment 27 besetzt). Landwehrinfanterieregiment 2 übernimmt vom Infanterieregiment 29 den 
Abschnitt von der Straße Fondi — Brücke 920. Brigadereserve 1 Bataillon Landwehrinfanterieregiment 2 
im Raume südlich ,,B" der Schrift Belmonte (Spezialkarte)!" wurde das 1. Bataillon, Major Damaschka, 
zur Ablösung der Neunundzwanziger vorgezogen und das 3. Bataillon, Hauptmann Kawinek, das seinen 
Abschnitt den Siebenundzwanzigern räumte, als Brigadereserve bestimmt. Die Neugruppierung vollzog sich 
in der Nacht. 
Lebhafte Bewegung beim Feinde am 10. Juni am Westhange des Mt. Pan verbunden mit einem 
Angriff auf die Feldwache bei der Osteria Campiella erzwang deren Zurückgehen, nachdem schon vorher die 
Straßensperre bei der Brücke 920 von den Siebenundzwanzigern den überlegenen Kräften des Feindes 
geräumt worden war. Feindliche Patrouillen, die die Straße im Val Canaglia überschritten und den dies 
seitigen Hang erklommen, mußten aber unseren Patrouillen und unserem Feuer weichen. 
Das Regimentskommando hatte nunmehr seinen Standpunkt am Nordosthang des Belmonte, wo bei 
einem Steinriegel eine primitive Hütte, mit Laub maskiert, aufgestellt worden war, genommen. Der gewählte 
Punkt gewährte einen guten Ausblick; unangenehm war nur, daß eine Kanonenbatterie in Feuerstellung 
hinter dem Regimentskommando mit unausstehlichem Gekrache über dessen Köpfe schoß. Daß feindliche 
Geschosse beim Negimentskommando einschlugen, war nichts neues, doch richteten sie keinen Schaden an. 
Der 11. Juni, Pfingstsonntag war angebrochen, die Krieger rief wie alltäglich die Pflicht. Um 3 Uhr 
früh wurde ein gegen die nach vorne etwas ausgebogene Stellung der 6. Kompagnie, Oberleutnant Arn- 
reiter, am Mt. Panoccio versuchter feindlicher Angriff abgeschlagen. 
Vormittags traf sich der Regimentskommandant mit den Bataillonskommandanten am inneren Flügel 
der beiden Bataillone in der Feuerlinie, besprach mit ihnen die Berichtigung der Front und die geeigneten 
Plätze für die Maschinengewehre und Infanteriegeschütze, begrüßte Oberleutnant Arnreiter, Hauptmann 
Frühwirth, Hainschwang, Fähnrich Grohmann, Hauptmann Lehner und seine Offiziere sowie die brave 
Mannschaft und kehrte schließlich auf der Straße Fondi über Tresche auf seinen Standpunkt zurück. 1 schwer 
und 2 leicht Verwundete waren die Opfer des Tages.
	        

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