Volltext: Die Zweierschützen im Weltkrieg 1914 - 1918 2. Heft (2. Heft / 1931)

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dadurch zum Ausdruck kam, daß ein anmutiges junges Mädchen als Frühlingsgruß ein Körbchen doll Kirschen 
am nächsten Tage dem Obersten zuur Offiziersmittagstisch überbrachte. 
Um 5 Uhr nachmittags des 16. Mai begann der Weitecmarsch. Auf halbem Wege begegnete das Regi 
ment dem nach dem erfolgreichen Artilleriekampf, der die Offensive eingeleitet hatte, zurückkehrenden Artillerie- 
inspektor Erzherzog Leopold und erreichte um 12 Uhr nachts Gardollo. Hier 
war eine Fliegerstation und befand sich eine Sammelstelle der Kriegsgefangenen, 
wo es von Italienern wimmelte. 
Der 17. Mai war Rasttag. Am 18. um 7 Uhr abends ging es weiter 
durch Trient nach Aldeno im Etschtal wiederholt Gefangenentransporten be 
gegnend. Um 1 Uhr früh des 19. traf das Regiment dort ein. Viele Gefangene 
wurden eingebracht, herrliche Erfolge bekannt. Die durchziehende, das Regi 
ment überholende Landesschützendivision gab Gelegenheit, den Oberstleutnant 
Florio, der kurze Zeit in den Karpaten Kommandant der Zweier war, zu 
begrüßen. 
Bis zum 24. Mai blieb das Regiment in Aldeno und kam dann, an 
diesem Tage, um 8 Uhr 30 Minuten abends, abmarschierend, um 11 Uhr 
nachts nach Volano im Val Lagarino (Etsch). 
Am 25. Mai kamen Verwundete des Landesschützenregiments Nr. II vor 
bei. Eingetroffene Orden und Ehrenzeichen gaben nachmittags Anlaß zu einer 
Dekorierungsfeier, bei der auch dem Negimentsarzt Dr. Jenny und Oberarzt 
Dr. Franz Kröll die schwer verdienten Auszeichnungen an die Brust geheftet 
wurden. 
Der weitere Vormarsch, der am 26. Mai 8 Uhr 
abends begann, brachte das Regiment auf ansteigen 
der Gebirgsstraße auf 1248 Meter Höhe, nach Ser- 
rada. Anfangs regnete es in Strömen. In Piazza 
wurde von 1 bis 2 Uhr früh des 27. gerastet und 
erst um 5 Uhr 30 Minuten früh erreichten die ersten 
Teile Serrada. 
Die Division war nun dem Thronfolger Erz 
herzog Karl Franz Joseph, der das XX. Korps be 
fehligte, unterstellt. 
Um 11 Uhr vormittags des 28. traf die Nach 
richt ein, daß der Thronfolger mit Auto nach Serrada 
komme und jeden Augenblick eintreffen dürfte. Der 
Oberst rief das Regiment in der Verfassung, wie es 
der Ruhetag mit sich brachte, an die Straße, wo 
Offiziere und Mannschaft sich rasch in langer Linie 
aufgestellt hatten, als auch schon der Erzherzog heran 
fuhr. Den Oberst erblickend, ließ er halten und stieg 
aus. Freundlich reichte er dem Obersten die Hand, 
sagte, daß er es ganz besonders schätze, auch die 
tapferen Zweier unter seinem Befehle zu haben, und 
als er unter dem Hurrarufen und Kappenschwenken 
der Zweier wieder weiterfuhr, sah man ihn von dieser 
spontanen begeisterten Huldigung freudig bewegt, so 
lange mit herzlich winkender Rechten allen dankend, 
bis er den Blicken entschwunden war. Inneres der Kirche von Lastebasse. 1918. 
Aldeno im Etschtal; Albergo della 
Torre. Nach einer Aufnahme des 
Fähnrichs Grohmann während des 
Vormarsches im Mai 1916.
	        

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