Full text: Die Zweierschützen im Weltkrieg 1914 - 1918 2. Heft (2. Heft / 1931)

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Boden auf. Zu ihren Füßen das lärmende Gewimmel 
der Arbeitenden — und ringsum das Schweigen 
dunkler Bergwälder und die ruhige Pracht weiß,schim 
mernder Berggipfel. 
Am Rande des Bergwakdes erzählen Hunderte von 
Baumstümpfen von dem Arbeitseifer unserer Reserven, 
dje dort unten bauen, denn es soll hier eine Kolonie 
für die Reserve des Regiments erbaut werden. Drei 
große Baracken, von je 400 Quadratmeter Flächen 
raum und je 230 Mann Belagraum stehen bereits und 
binnen kurzem werden sieben Baracken mit einem Be 
legraum für 1850 Mann und 40 Offiziere stehen. Eine 
große Mannschaftsküche ist bereits fertig, eine Offi 
ziersküche, ein Hilfsplatz, ein Bad und eine Offizier 
menage sind geplant. Gegenwärtig hat die 4. Kom 
pagnie, Kommandant Oberleutnant Dr. Buresch, die 
Reservestellung bezogen. Die Soldaten der Kompagnie 
sind die Erbauer des Lagers. Die Ablösung der Kom 
pagnien ist derart gedacht, daß jede Kompagnie ihre 
Erholungszeit im VerZniktale verbringen kann. 
Sanitäre Fürsorge. 
Die Schwierigkeit des Terrains und der weite Weg 
zu den Hilfsplätzen machen besondere sanitäre Vor 
sorgen notwendig. Leichterkrankte können wegen des 
Zeitverlustes nicht nach den Hilfsplätzen abgehen. Es 
wurde daher bei jeder Kompagnie ein kleiner Hilfs 
platz eingerichtet. Sanitätsfähnriche leisten hier die 
erste ärztliche Hilfe. Erkrankte, die voraussichtlich 
mehrere Tage dienstuntauglich sinch kommen zu den 
schon erwähnten Bataillonshilfsplätzen. Den ärztlichen 
Dienst leisten im I. Bataillon 3 Sanitätsfähnriche, im 
II Bataillon, das den größten Frontabschnitt hat, 
1 Assistenzarzt, 2 Fähnriche und 1 Kadett, im III. Ba 
taillon, das die kleinste Ausdehnung hat, ein Fähnrich. 
Eine Raststation für Marode oder Verwundete, welche 
wegen einbrechender Dunkelheit nicht mehr transpor 
tiert werden können, wurde beim Regimentskommando 
errichtet. Verwundete und schwer Erkrankte kamen 
früher auf den Berghilfsplatz, wo in 2 Bauernhäusern 
Raum für zirka 30 Mann geschaffen war. Vom linken 
Flügel wurden Kranke und Verwundete nach dem Tal 
hilfsplatze in Pri Jakci gebracht, wo drei Bauern 
häuser als Spital adaptiert wurden. Der Transport 
vom Talhilfsplatz nach Soea in die Brigadesanitäts- 
anstalt unterliegt auch im Winter keinen Schwierig 
keiten, ein Transport Schwerverletzter vom Berghilfs 
platze aus ist unmöglich. Es mußte daher zum Ausbau 
des Berghilfsplatzes geschritten werden. Gegenwärtig 
ist eine neue Spitalsbaracke im Bau, die ein Ordi 
nationszimmer, einen Warteraum, eine Mannschafts- 
krankenstnbe und eine Offizierskrankenstube, eigenen 
Belagraum für Schwerverwundete und ein Bad um 
fassen wird. Außerdem wird eine Isolierbaracke gebaut. 
Am Berghilfsplatze leistet Oberarzt Dr. Kröll, am 
Talhilfsplatze Assistenzarzt Dr. Weiner Dienst. 
Der Nachschub. 
Im Tale der Wurzenersave, am Ostausgange des 
Dorfes Log bei Kronau liegt hart am Flußbett der 
Trainplatz unseres Provianttrains. Durch eine Fichten- 
allee führt ein besandeter Weg zum Häuschen des 
Trainkommandanten Hauptmann Balar, der mit Ener 
gie und Verständnis für die Ausgestaltung des Train- 
Platzes sorgt. In nächster Nähe liegt die ökonomische 
Zentrale unseres Körpers, die Kanzlei des Itquib. 
Nfr. Oberleutnantrfr. Kober. In einem langen 
Stalle stehe,n auf Bretterfußboden die wohlgepflegten 
Pferde, die die Verpflegsvorräte über die Erzherzog 
Eugen-Straße zur Banmbachhütte befördern. Hier ist 
eine Umladestation unseres Regiments, von wo ans 
unsere Bedürfnisse nach Soe.a gebracht werden. Hier 
befindet sich auf einer Anhöhe der Parkplatz des Ge 
fechtstrains- der den fahrenden Train, den Tragtier- 
train und die Pferde der Maschinengewehräbteilnng 
umfaßt. Hier ist auch die Proviantur, der der Pro 
viantoffizier Leutnant Gollwitzer vorsteht. In ge- 
räumigen Kellern lagern die täglichen Vorräte, eine 
Schlächterei liefert das notwendige Fleisch und eine 
Selcherei verwertet viele sonst als unbrauchbar fort 
geworfene Fleischteile. Bei der Proviantur hat auch 
die Regimentsmusik ihr Heim, die von dem kunstsin 
nigen, konservatoristisch gebildeten Leutnant Gollwitzer 
geleitet wird. 
Von Soöa wird die kurrende Verpflegung mittelst 
Tragtieren in die Stellungen gebracht. Bailmaterialien 
übernimmt beim Lager der 3. Marschkompagnie Haupt 
mann Aspöck und läßt sie durch die Mannschaft des 
Marschbataillons weiterbefördern. Eine bedeutende 
Erleichterung des Nachschubes wird mit der Fertig 
stellung der von Ing. Adametz erbauten Seilbahn ein 
treten. Diese Seilbahn führt vom Tal bis zllm Hori 
zontalweg. Dort wurde mit dem Baue einer Baracke 
begonnen, in welcher die Trägeräbteilung des Etappen 
bataillons Nr. 512 wohnen soll. Die Manschaft dieses 
Bataillons wird die Vorräte an der Endstation ent 
gegennehmen ilnd in die Stellungen befördern. Eine 
Entlastung des Nachschubes wird and; durch den schon 
in Angriff genommenen Ban einer Feldbäckerei, welche 
neben der Endstation der Seilbahn errichtet wird, ein 
treten. Die Wasserversorgung besorgt — wenigstens in 
frostfreien Tagen — die Wasserleitung, deren 600 Meter 
lange Rohrleitung vom Nebenbache der Lepenja aus 
einem Stauwerke aufsteigt und als „Dollenzquelle" 
beim Regimentskommando ihren Ausfluß hat. 
Vorliegende Beschreibung mag ein kleines Bild des 
äußeren Ausbaues unserer Stellung geben. Es kann 
nicht auch Zweck derselben sein, von der ungeheuren 
lebenden Kraft zu reden, die dieses Bollwerk beseelt.
	        

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