Full text: Die Zweierschützen im Weltkrieg 1914 - 1918 [H. 1] ([H. 1] / 1929)

II 
Im Süden gegen Italiens Macht, 
Da hielt die Landwehr die Alpenwacht. 
Manch einer, der da oben stand 
Auf feuerumbrandeter Felsenwand, 
Der dachte, wie kostbar das Leben sei. 
Dann aber kam ein Bild herbei. 
Das hat ihn rasch der Wehmut entlasst, 
Das gab ihm Mut, das gab ihm Kraft; 
Er sah die Heimat — lichtgolden und schön. 
Sie zu schützen, stand er auf eisigen Höh'n 
Und sagt sich: „Ich bin ein Landwehrmann, 
Ich schütze die Heimat, nun Wätscher heran!" 
Dieses Gedicht wurde dem seiuerzeitigen Minister für Landesverteidigung, dem unermüdlichen, erfolg 
reichen Ausgestalter der k. k. Landwehr, Generalobersten Friedrich Freiherrn v. Georgi, dem die Landwehr 
infanterieregimenter auch die im Jähre 1915 erfolgte Verleihung der Regimentsfahnen durch Kaiser Franz 
Josef I. verdanken, überreicht. 
Kaiser Karl I. verfügte im Jahre 1917 die Umänderung der Benennung der höheren Kommanden und 
der Truppen der k. k. Landwehr durch die Bezeichnung „Schützen". 
Die 44. Landwehr-Jnfanterietruppendivision war fortan die 44. Schützendivision und die 87. Landwehr 
infanteriebrigade die 87. Schützenbrigade. 
Die Tiroler Landesschützen waren Kaiserschützen, das Klagenfurter Landwehrinfanterieregiment Nr. 4 
und das Laibacher Nr. 27 die Gebirgsschützenregimenter Nr. 1 und 2, alle anderen Landwehrinfanterie 
regimenter Schützenregimenter geworden und somit war das Landwehrinfanterieregiment Linz Nr. 2 
fortan das Schützenregiment Nr. 2. 
Der Opfermut war der gleiche geblieben. Aber trotz dem heroischen Kampfe, trotzdem die Fronten der 
verbündeten Armeen tief in Feindesland standen, war es nicht möglich die Ermattung der gegnerischen 
Entente herbeizuführen. Die Feinde verfügten immer wieder über neue Kräfte und nicht nur während des 
ganzen Krieges über die unerschöpflichen Vorräte und Werkstätten der Amerikaner, sondern zuletzt auch noch 
über Amerikas Soldaten. 
Bei der durch mangelhafte Ernährung entkräfteten, durch Entbehrungen aller Art zermürbten Be 
völkerung der durch die teuflische Hungerblokade von der Welt abgeschnittenen Mittelmächte und ihrer Ver 
bündeten, hatte die Feindespropaganda schließlich gewonnenes Spiel und die Verfassungsänderung Öster 
reich-Ungarns, der das Waffenstillstandsangebot folgte, bedeutete das Ende des Krieges und ließ die Gegner 
triumphieren. 
Nach Linz heimgekehrt fand das k. k. Schützenregiment Nr. 2 die Monarchie aufgelöst und mit ihr 
den Bestand der ruhmreichen, alten Armee. Auch das Schützenregiment Nr. 2, dessen Zuverlässigkeit nie 
versagte und sich noch am Heimwege, in Villach, den Dank der Bevölkerung für mehrtägigen Hilfsdienst 
erworben hatte, war in der politisch veränderten Heimat überflüssig geworden und wurde entlassen. 
Die nahezu übermenschlichen Gewaltleistungen und die aufopferungsvolle Pflichterfüllung in schwerster 
Zeit fordern jedoch die Erhaltung der Erinnerung an die Zweierschützen im Weltkriege, die nach dem furcht 
baren Ringen nicht einmal ein würdiger Empfang bei der Heimkehr lohnte. Der Umsturz in der Heimat 
hatte damals für die bewährten Krieger nichts übrig, er bereitete nur schmerzliche Demütigung durch Besude 
lung alles dessen, was bisher glänzend gewesen war. 
Erst im Jahre 1924 fand die alte Armee wieder die verdiente Würdigung durch die Bestimmung, 
daß die Truppen des österreichischen Bundesheeres als Nachfolgeformationen der vergangenen ruhmreichen 
Armee deren Tradition zu übernehmen haben. 
Der Friede kam. Voll jauchzender Lust 
Zogen wir heimwärts, des Sieges bewußt, 
Bewußt auch, daß wir in blutigen Tagen 
Den Landwehrnamen in Ehren getragen. 
Studiert nicht nach anderen Namen, ihr Herr»! 
Den Namen Landwehr, wir tragen ihn gern. 
Und fragt ihr einen aus der Schar, 
Der als Landwehrmann mit im Kampfe war, 
Jeder ruft, Leuchten des Sieg's im Gesicht: 
„Landwehr!" Einen anderen Namen wollen wir nicht!
        

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