General der Kavallerie Viktor Dankl
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Dankl wurde am 18. September 1854 zu Udine in Venetien als Sohn eines
aus einer Wiener Familie stammenden Hauptmanns geboren.
Als sein Vater im Jahre 1865 in den Ruhestand trat, siedelte sich die Fa
milie in Görz an, wo Dankl das Gymnasium besuchte. Nach Fortsetzung seiner
Studien am deutschen Gymnasium in Triest wurde er im Jahre 1869 in den vier
ten Jahrgang des Kadetteninstituts in St. Pölten aufgenommen und kam im
Jahre 1870 in die Theresianische Militärakademie nach Wiener Neustadt, aus der
er im Jahre 1874 als Leutnant zum DR. 3 ausgemustert wurde. In den Jahre 1877
bis 1879 besuchte Dankl die Kriegsschule (Kriegsakademie) in Wien, wurde mit
1. Dezember 1880 dem Generalstabe und der 8. KBrig. in Prag zugeteilt, von dort
im Jahre 1883 zum 32. IDKmdo. nach Budapest versetzt und ein Jahr später zum
Hauptmann im Generalstabskorps befördert.
Nach verschiedenen Verwendungen im Generalstabe kam er 1896 als Gene
ralstabschef zum XIII. Korps nach Agram, 1899 als Chef des Direktionsbüros des
Generalstabes nach Wien.
1903 erfolgte die Beförderung Dankls zum Generalmajor, die Ernennung
zum Kommandanten der 66. IBrig. in Komorn, 1905 die Versetzung in gleicher
Eigenschaft zur 16. IBrig. nach Trient, 1907 seine Beförderung zum Feldmarschall
leutnant und seine Ernennung zum Kommandanten der 36. ID. in Agram.
Im Februar 1912 wurde er Kommandant des XIV. Korps in Innsbruck und
im gleichen Jahre zum General der Kavallerie befördert.
Mit Ausbruch des Krieges 1914 trat er an die Spitze der 1. Armee und
schlug die Russen in der dreitägigen Schlacht bei Krasnik. Für diesen Sieg er
hielt er das Kommandeurkreuz des Militär-Maria Theresien-Ordens.
GdK. Dankl führte die 1. Armee in den weiteren wechselvollen Kämpfen
der Jahre 1914 und 1915 am russischen Kriegsschauplatz. Nach der Kriegserklä
rung Italiens übernahm er am 23. Mai 1915 das Landesverteidigungskommando
von Tirol und wehrte zunächst mit geringen Kräften die Angriffe'der Italiener ab.
Im März'1916 wurde er zum Kommandanten der 11. Armee ernannt und
schlug mit ihr die Italiener entscheidend bei Rovereto und Folgaria zurück. Im
Sommer wurde dann das Gebiet südlich Rovereto bis zur Zugna Torta, fast die
ganze Val Arsa, das Col Santo-Massiv bis zum Pasubio, das Posina-Tal bis süd
lich Arsiero genommen und der Feind unter starken Verlusten geworfen.
Am 17. Juni mußte sich GO. Dankl, durch seinen Gesundheitszustand ge
zwungen, krank melden, sein Kommando übergeben und sich einer schweren
Halsoperation unterziehen.
Im Januar 1917 wurde Generaloberst Dankl zum Kapitän der Ersten Ar-
cierenleibgarde ernannt und bald darauf mit den Funktionen des Obersten sämt
licher Leibgarden betraut. Am 17. August 1917 erhob ihn der Kaiser in den Frei
herrn- und im Herbst 1918 in den Grafenstand.
Ende 1918 trat GO. Graf Dankl in den Ruhestand und übernahm nach dem
Tode des Feldmarschalls Grafen Conrad v. Hötzendorf die Würde des Kanzlers
des Militär-Maria Theresien-Ordens, die er bis zum Frühjahr 1938 bekleidete. Er
starb in Innsbruck am 8. Januar 1941.
DIE SCHLACHT VON KRASNIK
Die vom GdK. Dankl befehligte 1. Armee, bestehend aus dem
I., V. und X. Korps, zu denen später noch die Armeegruppe des