Volltext: Der Militär-Maria Theresien-Orden

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zurückbringen; mit dem verwendungsfähigen Maschinengewehr und 
nur drei Mann, die fünf Patronengurten mit sich trugen, unternahm 
er einen Sprung nach vorne und erreichte kriechend einen Stein 
riegel, der ihm willkommenen Ausblick auf die vorbeiziehenden ser 
bischen Angriffswellen bot, die er vorerst nicht unter Feuer nahm. 
Als aber die ihnen geschlossen folgenden Massen herangekom 
men und nur mehr 100 bis 200 Schritte entfernt waren, da eröffnete 
Glogovac mit dem Maschinengewehr, das er selbst bediente, über 
fallsartig ein gutgezieltes Streufeuer auf alle sich bietenden Ziele, 
vornehmlich in den Rücken der Schützenlinien. Von unbeschreib 
licher Panik erfaßt, wandten sich die Serben augenblicklich zur 
Flucht, auch solche Abteilungen mitreißend, die von der Feuergarbe 
gar nicht bestrichen waren. Nicht ein einziger Schuß wurde zur Ab 
wehr des Überfalls abgegeben; zurück drängte alles in überstürzter 
Hast, zurück in die Niederung der Dragoviljska, wo man sich gedeckt 
und geborgen fühlte. 
Glogovac hatte erst drei Gurten (750 Patronen) verfeuert, als 
kein Feind mehr im Schußfeld sichtbar war, außer Verwundeten und 
Toten. Pioniere haben später über 400 serbische Leichname beerdigt. 
Auf die vor einer halben Stunde von der Höhe Bukva verdrängten 
eigenen Truppen übte der plötzliche Umschwung eine elektrisierende 
Wirkung aus. Kampfzeugen berichten, daß im Augenblick, als das 
wohlbekannte Knattern eigenen Maschinengewehrfeuers vernehm 
bar war, alle Abteilungen sofort von frischem Angriffsgeist erfüllt 
wurden, sich feindwärts wandten und die ursprüngliche Gefechts 
front wiederherstellten. Und die Kanonenbatterie, deren Rohre schon 
zur Sprengung vorbereitet waren, weil die Bespannung nicht heran 
kommen konnte, nahm nun ihrerseits das Verfolgungsfeuer auf. 
Das zweitemal in der Geschichte des Militär-Maria Theresien- 
Ordens tritt die junge Maschinengewehrwaffe als Werkzeug einer 
ordenswürdigen Tat in Erscheinung, wird in der Hand eines beherz 
ten Offiziers zum entscheidenden Faktor in einer überaus kritischen 
Gefechtslage und erweist eine bis zu diesem Zeitpunkt auf beiden 
Seiten kaum für möglich gehaltene Überlegenheit im Kampf: auf 
Feindesseite eine sechs Bataillone starke Division, auf der eigenen 
nur ein Maschinengewehr 1 ). 
0 Das serbische Generalstabswerk „Der große Krieg zur Befreiung und Ver 
einigung der Serben, Kroaten und Slowenen", Belgrad 1925 (in serbischer 
Sprache), schreibt im Band V, Seite 144 ff.: „Der um 7 Uhr begonnene Angriff 
der Morava-Division II. Aufgebotes, bestehend aus je drei Bataillonen der IR. 6/1 
und 1 /II, hatte zuerst einigen Erfolg, war aber bald zum Stehen gekommen. Von 
kräftigem Maschinengewehrfeuer empfangen, erlitten unsere Truppen schon zu 
Beginn des Gefechtes bedeutende Verluste; der Divisionär befahl daher das Ein 
stellen des im mörderischen Maschinengewehrfeuer aussichtslosen Angriffes und 
die Beschränkung auf die Festhaltung der Hauptverteidigungslinie." 
Vgl. auch den Aufsatz von GM. Baron Lehar: „Nur ein Maschinengewehr", 
in der „österreichischen Wehrzeitung", Folge 9, vom 2. März 1928.
	        
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