Full text: Ein Garstener Rationarium

interessant, weil wir darin Posten finden, die kulturhistorischen 
Wert haben, z. B. die Ausgaben für einen Pelz, der Botenlohn 
für einen Brief, das Almosen für Arme und Kranke, die Aus¬ 
lagen aus Anlaß von Besuchen etc. 
Derlei Aufzeichnungen aus so früher Zeit sind ja nicht 
häufig, daher umso wertvoller, besonders für die Bestimmung der 
Lebensbedingungen, der Preise u. s. w. Ein ähnliches Denkmal 
aus dem ehemaligen Zisterzienserstifte Baumgartenberg (00.) 
habe ich in dieser Zeitschrift, Jahrg. 1899, schon veröffentlicht. 
Eine nähere Würdigung solcher Auf Schreibungen wird wohl 
erst dann am Platze sein, wenn eine größere Anzahl derselben 
aus ein und derselben Gegend bekannt sein wird. Aus einem 
einzelnen Denkmal weitergehende Schlüsse zu ziehen, wäre ver¬ 
fehlt. Man kann solche Notizen auch nur im Lichte der admini¬ 
strativen Verhältnisse in den Klöstern jener Zeit richtig beurteilen, 
denn bekanntlich war der Wirkungskreis der mittelalterlichen 
Kloster-Offizialen ein anderer als später und heute, weil eben 
auch die wirtschaftlichen Verhältnisse ganz andere waren. 
Jeder Official hatte seine ganz bestimmten Einkünfte und 
hatte dafür auch für bestimmte Auslagen aufzukommen. 
Was das Garstener Rationarium betrifft, so war es mir 
leider bei der Lückenhaftigkeit der Urkunden nicht möglich, die 
darin erwähnten Namen zu identifizieren. Ich drucke daher das 
Denkmal diplomatisch getreu ab, unter Anwendung derselben 
Grundsätze, wie sie sonst heute bei derlei Publikationen gelten. 
Abgesehen von den zwei nicht mehr, bezw.' nicht sicher 
lesbaren Posten beziffern sich die Einnahmen des Cellerarius auf 
44 tal., 4 sol., 20 den. und 2 Mark Silber, die Ausgaben auf 
10 tal., 7 sol., 18 den. 
Der Text des Garstener Rationarium. 
1. Rugerus III tal. 
2. Reinhardi*) Uase V tal. 
3. Albertus de foro (I)II tal. et LX den. 
4. Vorowar XIV sol. 
5. In foro in duobus domatibus IV tal. et X den. 
6. Flandro tal 
7. Engilger tal. 
8. D ... tal. 
9. In foro dominus Rudolfus LXXX et IV den. 
10. Heinricus XXX den. 
11. Vto XV. 
1) Der Name lautet in der Handschrift mit einem schwer zu lesenden 
Buchstaben an, der vielleicht ein H vorstellen soll. . . *
	        

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