Full text: Die Wohnungsstatistik von Ried

Dr. Fr. Berger 
Die Wohnungsstatistik von Ried 
Mit der Volkszählung des Jahres 1910 war 
in 70 Gemeinden Oesterreichs eine beschränkte, in 
62 Gemeinden eine erweiterte Wohnungsauf- 
Wohnungsauf- verbunden, deren Ergebnisse vor kurzem 
in der „Oesterr. Statistik" veröffentlicht wurden. 
Da Ried zu jenen Gemeinden gehörte, ist uns damit 
eine zuverlässige Grundlage für die Beurteilung der 
Wohnungsverhältnisse in unserer Stadt in die Hand 
gegeben. Es ergibt sich aus dem Wesen der Statistik, 
daß sie auf viele Fragen, die gerade der Sozialpolitiker 
stellen möchte, keine Antwort gibt; wir erfahren 
aus ihr nicht, ob die Wohnungen gesundheitlich 
entsprechen, ob sie trocken oder feucht, ob sie groß 
genug, hoch genug, belichtet genug sind usw. Für 
diese Fragen müßte — und sollte auch — eine 
eigene Erhebung gepflogen werden und die jetzt so 
vielfach geforderte Wohnungsaufsicht wird sich damit 
beschäftigen müssen. Vorläufig haben wir zur Be- 
Be- der Rieder Wohnungsverhältnisse nur 
unsere eigene Erfahrung und eben die statistischen 
Zahlen zur Verfügung. Zu diesen rechne ich aber 
auch die Krankheitsstatistik. 
Aus der Wohuungsstatistik entnehmen wir 
zunächst die Zahl der Wohnungen, sie beant- 
wortet also bis zu gewissem Grade die Frage, ob 
ein W o h n u n g s m a n g e l herrscht; da man aus 
dem Vergleich der Wohnungszahl mit der der Ein- 
Ein- auch berechnen kann, wieviele Menschen 
durchschnittlich auf eine Wohnung kommen, orien- 
tiert sie im allgemeinen auch über die Frage der 
Uebervölkerung. Auf  Beschaffenheit 
der Wohnungen lassen einen Schluß zu die An- 
gaben über ihre Größe (Zahl und Lage der 
Wohnräume, Zusammensetzung der Wohnungen)
	        

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