Full text: Abt Maximilian Pagl von Lambach und sein Tagebuch (1705-1725)

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Tagebuch genügend Aufschluß geben und die Charakteristik 
dieses Prälaten ergänzen und vervollständigen. Erwähnt sei 
nur noch, daß er nach der Ueberlieferung1 von mittelmäßi¬ 
ger, eher kleiner Statur gewesen; trotz aller Güte und Liebens¬ 
würdigkeit voll Energie und Tatkraft, trotz seiner Würde und 
Gelehrsamkeit voll Demut. Die Rotel sagt von ihm: „Subli- 
rpitas erat in eo humilis, et sublimis humilitas.“ Wie er stets voll 
Liebe große Sorge trug für seine Abtei, deren Ansehen und Dis¬ 
ziplin, so war er stets ein pflichtgetreuer und uneigennütziger 
Diener seines kaiserlichen Herrn. »Floruit in incrementum 
Monasterii Abbas vigilantissimus. Floruit in devotionem Sac 
Caes. Regiaeque Majestatis Consiliarius sagacissimus. Floruit 
in utilitatem Patriae Deputatus emeritus et laboriosissimus“, 
heißt es von ihm im Nachruf und der Biograph fügt hinzu: 
»Floruit, et in corde omnium sibi honoris et amoris Palmas 
nexuit." Alle liebten und ehrten ihn, bei allen stand er in 
Ansehen, selbst bei seinem kaiserlichen Herrn, bei dem er 
stets, seinen Tafeln beigezogen, das Tischgebet zu sprechen 
hatte, „solum mors insatiabilis invidebat ei“, klagt die Rotel. 
Er kränkelte schon vom Oktober 1724 an, seit welchem Monat 
auch alle Notizen in seinem Schreibkalender unterbleiben. Von 
häufigem, schweren Kopfweh gequält, kam noch ein Fieber 
dazu, das langsam alle Glieder austrocknete. Mit den hl. Sterb¬ 
sakramenten versehen, gab er am 23. Februar 1725 abends 
seine Seele Gott zurück oder wie die Rotel berichtet: »Primo, 
et secundo de hoste (Tod) triumphavit, palmasque morti praeri- 
puit. Tandem tertio viribus omnibus destitutus, in corona fra- 
trum constitutus, omnibus Sacramentis rite munitus, falce ad 
radicem posita, morti palmas cedere coactus, elapsa 23. Fe- 
bruarij die, tempore completorii gloriose complevit diem et 
implevit numerum dierum suorum.« 
Voll Pietät und Dankbarkeit ließ ihm sein Nachfolger 
Gotthardus auf seine Gruft, die sich im Presbyterium der Stifts¬ 
kirche auf der Evangelienseite beim Kommuniongitter be¬ 
findet, eine Marmorplatte mit folgender Inschrift legen: »Hic 
iacet, marmore tectus, a quo erectum praesens altare marmoreum 
Maximilianus Abbas, maximis clarus meritis. Deo ter optimo 
maximo magnificum sacellum aedificavit. Hinc ter felix regi- 
men consecutus, monasterium hortis et aedificiis, bibliothecam 
libris, sacrarium auro et gemmis ornavit. Caesari et patriae 
fidelis, in domesticos et exteros liberalis, omnibus omnia fac- 
tus. Postquam septem orphanis domicilium et victum fundavit 
in honorem septem spirituum Deo adstantium hora septiina 
1 Nach einer im Jahre 1796 von einem Stiftsbeamten Franz Haslinger ge¬ 
schriebenen Geschichte Lambachs oder „Alt-Ovilabis".
	        

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