Full text: Abt Maximilian Pagl von Lambach und sein Tagebuch (1705-1725)

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40stündige Gebet ein und erbat sich dazu von Rom einen 
vollkommenen Ablaß. Zu allen seinen Unternehmungen ver¬ 
sicherte er sich Gottes Segen. So schrieb er einmal in einem 
Briefe an seinen damaligen Hofrichter Franz Karl Erb (NB. der 
Hofricbter beschrieb die rechte Hälfte einer Briefseite und 
dieses Schreiben sandte Abt Max mit seinen Bemerkungen und 
fehlen auf der linken Hälfte der Seite beschrieben wieder 
zurück) anläßlich der Aufrichtung eines marmornen Hochaltars 
in der Stiftskirche: „Damit aber das ganze Werkh glücklich 
zu ende gebracht werde, solle P. Prior 12 heyl. Messen lesen 
lassen und die Stipendien davor von dem Hofschreiber be¬ 
zahlen lassen.“ 
Er sorgte auch für Musik und Gesang, kaufte Musik¬ 
instrumente. Eine Komposition „Missa ad multos annos“ wurde 
1705 und jene „Oliva in domo Dei fructiferans vesperas ex- 
hibens“ 1706 vom Stiftsorganisten Johann B. Hochreiter ihm 
gewidmet.1 Und es sei an dieser Stelle noch erwähnt, daß 
dem gelehrten Prälaten auch Thesen, ferner wissenschaft¬ 
liche Abhandlungen und Werke gewidmet wurden, so unter 
anderen das fünfbändige Werk: „Quaestionum canonicarum in 
quinque libros' decretalium“, gedruckt Aug. Vind. bei Georgij 
Schlüter et Martini Happach, 1708 mit einem schönen Einband 
in Lederpressung. Dasselbe war 1706 dem Propst Franciscus 
Claudius von St. Florian zugeeignet. Die Widmung an Abt 
Max lautete: „Honoribus Reverendissimi perillustris ac am- 
plissimi Domini Domini Maximiliani celeberrimi Monasterii 
Lambacensis Abbatis, Domini in Au et Mühlleiten Sac. Caes. 
Maiestatis Consiliarii et ad comitia provincialia Austriae supra 
Anasum comissarii authore R. P. Ferd. Krimer S. J.“ Im Jahre 
1720 ließ Pagl das erste Kalendarium Lambacense drucken 
und 1721 das „Proprium Lambacense sive officia propria sanc- 
torum, quorum quaedam de praecepto, quaedam ad libitum 
recitanda. Salisburgi, Typis Joannis Josephi Mayr, Aulico-Aca- 
demici Typographi et Bibliopolae anno 1721.“ 
Zur Kirche Paura machte auch der Abt eine Stiftung2 
von 20.000 fl. Kapital, welches er im kaiserlichen Salz¬ 
amte Gmunden hinterlegte, in folgender Intention: „Damit 
nun aber in disem an sich selbst todten Werkh die Glory 
und Ehr der drey ainigen Gottheit durch ein Leebendtiges 
1 Vgl. P. B. Grüner in Studien O. S. B. 1881, 2. Teil, S. 8. J. Balthasar 
Hochreiter war Organist in Lambach, später Domorganist in Salzburg. Von dem¬ 
selben stammte auch die Messe zur Infulation und zum Geburtstag des Abtes „Missa 
genethliaca" mit vollem Orchester. Beide Original-Manuskripte liegen im Musikarchiv 
des Stiftes Lambach und haben am schön verzierten Umschlag die Jahreszahl 1705. 
2 Der Stiftsbrief ist wiedergegeben und beschrieben im „Archiv für die Ge¬ 
schichte der Diözese Linz". Beilage zum Linzer Diözesanblatt, 1. Jahrg. 1904. S. 129 ff.
	        

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