Die zweite Schlacht von Baranowitschl.
Der 2. und 3. Juli.
(Skizzen 5 und 6.)
ichtes Gewölk — „der Nebel der Ungewißheit"
— lagert gewöhnlich über den Gräben der
starren Verteidigung. Selten nur lüftet der
frische Windhauch kleinerer Angriffsunterneh-
mungen hier und dort den lastenden Dunst.
Wenn aber der Schlachtensturm daherbraust,
wenn aus tausend Geschützen eiserner Hagel
jagt, zuckende Feuerblitze einschlagen . . . dann zerreißen die
Wolken. Der drückende Nebel flieht, und aus Feuer und Blut
strömt Klarheit und Erkenntnis bisher verhüllter Rätsel . . .
Dann schreitet das Schicksal über das Schlachtfeld, verteilt Grauen
und Vernichtung, Ruhm und Heldentum über blutende Gefilde,
über todesentschlossene Männer. Und geläutertes Edelmetall
fließt aus dem blutig roten Hochofen der Schlacht — zum Ehren»
schild des heldenhaft ringenden Volkes.
Der 2. Juli dämmerte empor ... ein Sonntag. Um 4 Uhr
früh eröffneten russische Batterien heftiges Feuer auf die öfter«
reichischen Stellungen nördlich des Koldytschewo-Sees, von 4'° ab
auch gegen den Abschnitt Darowo—Labusy der 17. Landwehr-
Brigade*) (3. Ldw.Div.). Der Feind schoß sich ferner gegen
die Stellungen bei Odochowschtschina, am rechten Flügel der
4. Ldw.Div., und gegen den linken Flügel des Landwehr-Regi-
ments 51 ein. Im Abschnitt Saoßje—Kartschewa beim österreichi¬
schen Korps steigerte sich das Feuer bereits 6 Uhr vormittags zum
Trommelfeuer aller Kaliber bis zum 28 om-Mörfer, während der
*)II./L I.R. 72 wird ihr zur Verfügung gestellt, sie setzt Teile der S. u. 7.
Kompagnie in vorderster Linie ein.