Full text: Schicksale und Thaten des k. u. k. Infanterie-Regimentes Hoch- und Deutschmeister Nr. 4

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mit den Deutschmeistern gesendet, um die dortige feindliche 
Besatzung auszuheben. Der Commandant derselben, zur Übergabe 
aufgefordert, antwortete, dass er sich nicht eher ergeben könne, 
als bis wenigstens einiges Geschütz vor der Stadt erscheine. 
Der Prinz hatte aber wegen der verdorbenen Straßen, die 
durch anhaltende Regengüsse fast grundlos geworden waren, 
das Geschütz nicht mitnehmen können und verfiel deshalb auf 
eine List. Er ließ einen dicken Baum fällen und in der Gestalt 
eines Kanonenrohres zuhauen. Der Stamm wurde gelb bemalt 
und auf einem Wagen, vor den acht Ochsen gespannt waren, 
mit viel Lärm und Geschrei vor die Festung geschleppt. Ein 
Tambour forderte die feindliche Besatzung zum zweitenmale 
auf, sich zu ergeben, mit der Drohung, dass die ganze Besatzung 
über die Klinge springen müsse, wenn sie auch nur einen 
Schuss aus dieser Kanone abwarte. Wie die Franzosen das 
vermeinte furchtbare Geschütz von weitem erblickten, ergaben 
sie sich und erhielten freien Abzug nach dem westwärts am 
Po gelegenen Cremona. 
Das Regiment verblieb auch in Italien, als die Feind 
seligkeiten aufgehört hatten. Dort traf es auch die Nachricht 
von dem Hinscheiden des Prinzen Eugen, unter dessen Führung 
das Regiment Ruhm und Ehre errungen hatte. 
Im österreichischen Erstfolgekriege. 
Es ist allen Österreichern gut bekannt, dass die Kaiserin 
Maria Theresia nach dem Tode ihres Vaters, des Kaisers 
Karl VI., gegen halb Europa im Norden, Westen und Süden 
um ihr Erbe zu streiten hatte. Das waren gefahrvolle und 
langwierige Kämpfe, in denen die Erblande auf das tiefste 
erschüttert wurden. Aber das unbeugsame Rechtsgefühl der
	        

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