S00 ooooooaooooooooooooòoooooooooooooooooooooooooooooooooooooooaooaoooooooooooooaooo
Flieger
Ziel
dunklen Umgelände ab. Je nachdem die Streifen zu
Buchstaben oder Zeichen aneinandergereiht werden,
bilden sie Signale mit dieser oder jener Bedeutung, die
nur dem Flieger, der Batterie und einigen Eingeweihten
bekannt sind. Es wird so vermieden, daß der Flieger
immer wieder landen muß, um neue Befehle entgegen-
zunehmen, oder> sich mit dem Batteriesührer nochmals
mündlich besprechen muß. Nicht zulctzt wurde der Gegner
sehr leicht durch das früher übliche Gebaren aufmerksam
und benutzte es, um aus dem Landeplatz des Flugzeuges
auf die Stellung der Batterie Schlüsse zu ziehen.
Zwei hintereinander gelegte Tuchstreifen, die im
Rücken der Batterie liegen, geben dem Flieger die mut-
maßliche Richtung des Zieles an. Nach seinem Start
fliegt dieser also, wie angegeben, feindwärts, und zwar
in einer vorher
genau bezeich-
neten Höhe. Man
versucht dann von
der Batterie aus
nach Skizze 1 die
genaue Richtung
sowie die Ent-
fernung nach dem
Ziel festzustellen.
Befindet sich n äm-
lich die Flug-
Maschine senkrecht
über dem Ziel,-so
läßt der Flieger
eine Bombe fal-
len, die eine
weithin sichtbare
dunkle Rauch-
fährte nach fich
zieht, oder er
schießt eine weiße
Leuchtpatrone ab.
Alls diesen Augen-
blick hat mau in
derBeobachtuugs-
warte der Batte-
rie nur gewartet, Englisches Zusammenarbeiten von
UM sofort mit dem
Entfernungsmesser den Abstand der Luftlinie zwischen
Flieger und Batterie zu ermitteln. Nun kennt man die
genaue Richtung, in der die Geschützrohre eingestellt
werden müssen, um nach dem Ziele zu weisen. Die Schuß-
weite bis zum Ziel läßt sich sodann mitHilfe derTrigono-
Metrie leicht ermitteln, da man im rechtwinkligen Dreieck
ABC zwei Seiten kennt. Wurde die Berechnung trotz-
dem ungenau, weil beispielsweise der Flieger nicht ganz
senkrecht über dem Ziele stand — was ziemlich schwierig
zu bestimmen ist—, fo erhält er das Signal „Beobachte
die Richtung!" Man versteht darunter die Geschoß-
richtung der inzwischen feuernden Batterie in ihrer Lage
zum Ziel. Das Zeichen für diefen Befehl ist, wie aus
Skizze 2 ersichtlich, ein lateinisches V aus zwei Tuch-
streifen gebildet. Das Flugzeug fliegt sodann auf das
Ziel, eine verdeckte feindliche Batterie, zu, und wählt
die Flugbahn eines gestreckten Rechteckes, deffen Kanten
selbstverständlich in Kurven genommen werden. Bei
Sonnenschein hat der Flieger darauf zu achten, daß er
möglichst auf der Schattenseite der Batterie fliegt, damit
seine Signale von den unten stehenden Artillerie-
beobachtern leichter wahrgenommen und abgelesen wer¬
Batterie
den können, ohne daß jene geblendet werden. Hat der
Flieger nun die nötigen Korrekturen zur Schußrichtung
gemeldet, so entfaltet sich bei der Batterie ein großes
weißes X' Kaum sieht es der Beobachter im Flugzeug,,
so ändert er seine Flugbahn. In schönen, regelmäßigen
Schleifen fliegt er nach Skizze 3 über dem Ziel. Das
Signal bedeutete „Beobachte die Schußweite!" Nach
jeder Wendung bewegt sich das^ Flugzeug wieder gegen
das Ziel und beobachtet die Lage der Granateinschläge,,
die unten deutlich sichtbar emporwirbeln. Durch seine
Korrekturen „zu kurz" oder „zu weit" gelingt es, die
Geschosse immer näher an das Ziel heranzubringen..
Manche Granaten in Brennzünderstellung detonieren
vielleicht noch etwas zu hoch über der Erdoberfläche, um
vollwirkend streuen zu können. Aus drei Streifen wird
ein Z hinter der
Batterie gelegt.
DerFliegerbehält
seine Flugbahn in
Form einer lang-
gestreckten oo bei,
führt jedoch den
neuen Befehl aus,,
der ihm sagt:
„Beobachte die
Explosion des Ge-
schosses!" Kaum
meldet er kurz,
darauf den ersten
Treffer im Ziel
zurück, fo leuchtet
ein "großes latei-
nisches L zu ihm
herauf. „Beob-
achte die Feuer-
Wirkung!" Man
hat das Ziel jetzt
genau gefunden,
trotz des. herr¬
schenden Seiten¬
windes, der die
Geschosse auf die
Flugzeug und Artillerie. Skizze 3. Weite Entfernung
mehrere hundert
Meter weit von links nach rechts abtrieb, trotz der feuchten
Luft, die ein langsames Brennen der Zünder zur Folge
hatte, was seinerseits wieder Weitschüsse ergab, obwohl die
richtige Entfernung gefunden und die Brennlänge sorg-
faltig eingestellt war. Ist das beschossene Ziel „zugedeckt",
d. h. derartig mit Granaten besät, daß man annehmen
kann, es sei erledigt, so entfaltet sich bei der 'Batterie aus
drei Streifen zusammengefügt ein kunstvolles F. Das.
Zeichen bedeutet: „Ein anderes feindliches Ziel!" Der
Flieger nähert sich wieder seiner Batterie. Bald darauf
liegen, wie anfangs beim jetzt niedergekämpften Ziel,
zwei Tuchstreisen am Boden, die ihm die neue Richtung
angeben, und das Zusammenarbeiten beginnt von neuem.
Einige betriebstechnische Zeichen sind natürlich auch von-
Nöten, wie „Wiederhole das letzte Signal!", was durch
ein dreiteiliges'!^ mitgeteilt wird. Endlich hebt sich das
Schlußsignal vom grünen Grasboden ab. Es ist ein
lateinisches T und heißt „Lande!".
Weil unsere deutschen Flieger naturgemäß sich gern
jeder Äußerung über die bei uns.gebräuchlichenSignalisier-
Methoden enthalten, dürfte es doppelt interessant sein,
eine Art des Zusammenwirkens bei unsern Gegnern zu
' kMAA
Signal