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Ein Zweimastschoner von einem Flugzeug
vernichtet.
Der große Krieg hat schon manches Unwahrschein¬
liche wahr gemacht. Wir sahen und sehen Riesenstädte
vor Luftschiffen im Dunkeln zittern, sahen gigantische
Geschosse die modernsten Forts mit einem Schlage zer¬
malmen. Unterseeboote machten Reisen von nie geahntem
Umfang. Kurz eine ganz neue Welt der Kriegstechnik
ist vor uns entstanden. Auch die Taten der Flugzeuge
gehören in dies neue Kapitel. Eine klassische, historische
Leistung hat ein deutsches Wasserflugzeug vor einiger
Zeit in der Nähe von Dünamünde vollbracht. Es befand
sich auf der Rückreise von einem Aufklärungsflug im
Rigaischen Meerbusen. Im Dunste des herrlichen Sep¬
tembermorgens bemerkte der Beobachter etwa 20 See¬
meilen nordwestlich Dünamünde aus 2000 Metern Hohe
einen Zweimasterschoner, der Kurs auf Dünamünde
hatte und sich von einem kleinen Schlepper ziehen
ließ. Kurz entschlossen ging das deutsche Marineflug¬
zeug in steilem Gleitflug nieder, umkreiste dann in
100 Metern Höhe mit wieder angestelltem Motor das
Schiff, und der Beobachter zwang durch seine Schüsse
alle Mann an Deck zu kommen und hier mit erhobenen
Armen der weiteren Dinge zu harren. Nachdem so
jede Gefahr des Rammens ausgeschlossen war, ließ sich
der Doppeldecker auf das Meer nieder- und stellte fest,
daß er den russischen Schoner „ 2a“ vor sich hatte. Alle
Mann mußten ein Rettungsboot besteigen, während ein
zweites Boot gezwungen wurde, den Beobachter an
Bord des Schleppers zu bringen. Mit diesem fuhr
d'er Beobachter dann zum „2a“ und untersuchte deren
Ladung. Natürlich war es Bannware, denn der Schoner
hatte gegen 100 Tonnen Eisen und Kohlen für Riga
an Bord. Die Leute im Rettungsboot mußten auf
den Schlepper übersteigen, dann schlug der Beobachter
ein Leck in den Boden des Achoners, so daß dieser ver¬
sank. Der Schlepper durfte seiner Wege ziehen, da die
unruhiger werdende See zum Ausbruch zwang. Die In¬
sassen des deutschen Marinedoppeldeckers können sich
rühmen, zum ersten Male ein Handelsschiff aufgebracht
und versenkt zu haben. — Schon vorher hatten Flug¬
zeuge sich im Kampf mit feindlichen Schiffen ausge¬
zeichnet. So besonders deutsche Flugzeuge während
der noch jetzt anhaltenden Blockadeversuche gegen Eng¬
land. Auch englische Monitoren wurden vor der belgi¬
schen Küste durch deutsche Marineflugzeuge beschädigt.
Ferner erlitten britische Transportschiffe in den Darda¬
nellen schwere Beschädigungen durch türkisch-deutsche
Seeslugzeuge. ^ F. O.
Auf Patrouille am Isonzo.
(Nach dem Brief eines Mitkämpfers.)
Es war in einer Augustnacht drunten am Karst¬
gebirge, das so viel Blut von Freund und Feind ge-'
trunken hat. „Patrouille gehen, das brauchest du ja
nicht", heißt es in einem unsrer alten Soldatenlieder.
Dennoch ist nie Mangel an todesmutigen Leuten, die
sich an die feindlichen Linien heranwagen. Es gilt,
wichtige Erkundungen vorzunehmen. Das Leben vieler
hängt davon ab; so opfern sich die wenigen.
Eine auffällige Stille deutete darauf hin, daß
der Feind einen Angriff plane. Wo? Das wußte man
nicht. Patrouillen sollten darüber etwas in Erfahrung
zu bringen suchen. Eine hatte den Auftrag, festzustellen,
ob eine bestimmte Stellung jenseits des Flusses noch
vom Feinde besetzt sei. Es mußten gute Schwimmer
und gute Kletterer sein, die sich da vorwagten. Und
keiner konnte wissen, ob nicht hinter diesem Felsen,
hinter jenem Busch, ein Gegner steckte, oder ob nicht
künstliche Hindernisse alsbald den Weg versperren würden.
Dazu mußte die Dunkelheit abgewartet werden, denn
sonst wäre bei der Wachsamkeit der Feinde der Auftrag
kaum auszuführen gewesen. Gewährte die Dunkelheit
Schutz, so erschwerte sie aber auch jede Bewegung.
Vorsichtig . ging's zwischen Geröll, Gestein und
Buschwerk in einer Schlucht hinab zum Ufer. Schleichend,
kriechend, tastend kamen die fünf Mann Schritt vor
Schritt vorwärts. Alle Organe waren fieberhaft ge¬
spannt. Hin und wieder ein Anhalten, ein Aushorchen.
So erreichten sie den Fluß, der brausend vor ihnen
dahinströmte. An Durchwaten war nicht zu denken,
man mußte schwimmend hinüber. Der erste ging
hinein, mit einem Seil umwunden, das die andern
hielten und nach und nach durch die Finger gleiten ließen.
Endlich ein Ruck — das Zeichen, daß der Schwimmer
drüben angelangt war. Sich am Seil haltend, folgten
die andern, der letzte führte das Seil mit sich. Nun
galüs, das hohe Ufer zu erklimmen, in durchnäßten
Kleidern, jeden Augenblick auf eine Überraschung ge¬
faßt. Oben auf der Höhe hielten sie eine Weile und
spähten nach vorn. Nichts zu sehen und zu hören. Da
wagten sie sich weiter. Die aufgeregten Nerven täuschten
ihnen jeden Augenblick Geräusche und Erscheinungen
vor. Halt! Da war wirklich etwas. Dunkle Körper
in der Talmulde. Waren es schlafende Feinde? Waren
es Tote? Ganz dicht krochen sie heran. Vorsichtig tastet
einer nach einer Hand — kalt! Nach der nächsten —
kalt! Leiche bei Leiche. Die Leute der Patrouille er¬
hoben sich und gingen vorsichtig über das Feld. Jetzt
entdeckten sie auch zerschossene Geschütze und Wagen.
Hier hatte die österreichische Artillerie fürchterlich aus¬
geräumt. Die Stellung war verlassen, es war keine
Zeit gewesen, die Toten zu bestatten.
Mit dieser Feststellung war die Aufgabe erfüllt,
und die Patrouille konnte sich auf den Heimweg machen.
Denselben Weg zurück, zum zweitenmal schwimmend
durch den schäumenden Fluß. Als die Mannschaften
aber am eigönen Ufer waren, bökamen sie plötzlich
Feuer. Vor ihnen, hinter ihnen, an allen Seiten schlugen
die Geschosse ein, Steinsplitter, Staub, Äste flogen
durch die Luft. Die Leute legten sich platt auf die Erde.
Die Minuten wurden ihnen zur Ewigkeit. Endlich ließ
das Feuer nach und suchte sich eine andre Stelle. Die
Patrouille konnte weiter eilen und kam heil zur Truppe
zurück, um ihre wichtige Meldung zu überbringen.
Da eine andre Patrouille den zum Angriff fertigen
Feind aufgespürt hatte, konnten die eigenen Truppen
an der gefährdeten Stelle zusammengezogen werden,
und der Angriff wurde abgeschlagen. So hatte auch
diesmal die Kühnheit und Umsicht weniger Männer
zahlreichen Kameraden das Leben gerettet. v. St.
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Monitoren.
Von Friedrich Otto, Berlin.
Bei den vergeblichen Angriffen der englischen Flotte
auf die belgische Küste traten auch englische Monitoren
in Tätigkeit, allerdings in passive, denn sie mußten sich
gewöhnlich mit Treffern im Leib zurückziehen oder ziehen