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Oefele
Zer
störungen
und Unter
brechungen
Telephon -
anlagen
auf Kriegs
schiffen
und Luft
schiffen
Elektrische
Klingeln
Die Wichtigkeit der telegraphischen und telephonischen Verbindungen macht
es notwendig, daß ihre Benützung durch feindliche Truppen und Einwohner un
möglich gemacht wird. Dies geschieht entweder durch gründliche Zerstörungen
oder durch leichtere Unterbrechungen. Gründliche Zerstörungen erstrecken
sich dabei nicht nur auf eine hinreichende Länge der Leitungen, sondern auch
auf die Stationen. Für die Auftragerteilung zu diesen Maßnahmen gelten
dieselben Grundsätze wie für die Unterbrechung von Eisenbahnen und anderen
V erkehr slinien.
Die ständigen Telegraphen- und Fernsprechleit ungen führen entweder als
blanke Leitungen über der Erde oder als Kabelleitungen unter der Erde hin. Bei
gründlicher Zerstörung oberirdischer Leitungen werden die Drähte vielfach zer
schnitten, durchfeilt oder durchschlagen und fortgeschafft, die Stangen abge
hauen, zerschnitten oder verbrannt. Unterirdische Leitungen, deren Lage meist
durch besondere Steine bezeichnet ist, werden an mehreren Stellen durchschnitten
oder gesprengt. Die Stationen werden durch Zerschlagen der Apparate und Bat
terien und durch Zerschneiden und Abreißen der Zimmerleitungen zerstört.
Leichtere Unterbrechungen bestehen hauptsächlich im Trennen der Leitung an
mehreren Stellen auf freier Strecke. Eine längere Betriebsstörung wird durch
Anbringung versteckter Fehler erreicht, nämlich durch Herstellung einer Erdablei
tung oder Verbindung aller an einem Gestänge befindlichen Drahtzüge oder endlich
durch Unterbrechung des metallischen Zusammenhanges der Leitung; diese Art
des Unbrauchbarmachens ist jedoch lediglich Sache der Kavallerie und der
Nachrichtentruppe.
Die Telephonanlagen auf den Kriegsschiffen sind fest eingebaute
Einrichtungen. Im Kommandoturm laufen alle Leitungen zusammen, mit denen
die Befehle an alle Stellen des Schiffes übermittelt werden. Vom Kommandoturm
aus sind diese Kommandoelemente in einer gepanzerten Röhre bis in den Schutz
des Panzerdecks nach unten geführt, von wo aus sie dann im Schiffsinnern zu den
Geschützständen, Maschinenräumen usf. gehen. Selbstverständlich sind auch
die einzelnen Teile des Schiffes untereinander durch Leitungen verbunden, so daß
auch zwischen diesen ein ständiger Verkehr aufrecht erhalten werden kann. Die
Übermittlung der Befehle und Nachrichten erfolgt dabei durch besonders laut
sprechende Fernsprechapparate und eigene elektrische Anzeigegeräte. Das Gleiche
gilt auch von den Telephoneinrichtungen der Luftschiffe, die ebenfalls von
der Befehlsstelle aus zu den Motoren, Steuereinrichtungen, Abwurfvorrichtungen usw.
führen und so erst die richtige Führung des Schiffes ermöglichen.
Eine besondere Art der Leitungstelegraphie sind die elektrischen
Klingeln. Sie dienen zum Zeichengeben und können auf allen Drahtleitungen
eingerichtet werden. Meist sind sie mit den Fernsprecheinrichtungen verbunden,
vielfach aber auch an Stelle derselben als Alarmsignale angelegt. So haben die ständi
gen Befestigungswerke besondere elektrische Läutewerke zum Alarmieren der
Besatzungen. Vorgeschobene Beobachtungsposten sind, wenn sie nicht Fernsprech
verbindung haben, zu Alarmzwecken nach rückwärts wenigstens mit elektrischen
Klingeln verbunden. Natürlich sind auch die Kriegsschiffe und Luftschiffe mit
eigenen elektrischen Alarmeinrichtungen ausgestattet.