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M. Blaschke
bahnwagen und haben größere Fenster, so daß man gleich vom Bahnsteig aus das
ganze Wageninnere übersehen kann, welches in einzelne Abteilungen untergeteilt ist
durch Quersitze mit niedrigen Rückenlehnen. Dadurch lassen sich bald die leeren
Plätze in den Abteilen ermitteln, und ein schnelles Einsteigen wird begünstigt durch
die große Zahl von Türen eines jeden Wagens (auf jeder Seite vier). Selbsttätig
schließen sich sämtliche Türen durch Druck auf einen Knopf an der Wagenseite,
doch kuppelt sich die zufallende Tür von der Schließvorrichtung ab, sobald ein
Hindernis vorliegt. Läßt
der Führer am Führerstand
etwa infolge Unwohlseins
die Fahrkurbel los, so wird
der Strom sofort abgeschal
tet, und eine Bremse tritt
automatisch in Tätigkeit.
An der Stromschiene er
folgt ferner die Stromab
nahme von unten her, und
die stromführende Schiene
nach oben und den
Seiten durch isolierendes
Holz eingehüllt, dadurch
wird eine Berührung der
Stromschiene mit den Pas
santen unmöglich (Berl.
Tagebl. 1916, Nr. 592).
Erwähnt sei auch die
(in Chicago probierte)
selbsttätige Vorrich
tung zum Aus- und
Einladen der Post vom
fahrenden Zug aus
(Abb. 2). Die Auslösung
der Vorrichtung erfolgt von der Wagenachse aus durch Antrieb eines 120 Meter
vor der Ladestelle am Gleis angebrachten Anschlages. Vollkommen auto
matisch erfolgt das Auffangen und Abladen der Postsäcke (gleichzeitig bis
zu zwölf), ohne eine wesentliche Verlangsamung des Zuges. Sobald der An
schlag in Tätigkeit getreten ist, öffnet sich eine Tür, und ein vom Post
beamten mit Postsäcken gefüllter Trichter schiebt sich heraus, die Postsäcke
gleiten auf eine lange, aus Planken erbaute Holzbahn, und es tritt die
Auffangvorrichtung des Zuges in Tätigkeit, indem der Auffangarm heraus
greift und die an einem Galgen neben dem Geleise aufgehängten Postsäcke
abstreift, dabei öffnen sich die Haken in der Fahrtrichtung und werden im
Innern des Wagens abgestreift. So lassen öich Postsachen bis zu 360 Kilogramm
ausladen bei einer Zuggeschwindigkeit von 60 Kilometern in der Stunde
(111. Jahrb. 1917, S. 153).