Full text: II. Theil (II. Theil)

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zal wurde 1774 die Privatwohnung des Lehrers vom öffentlichen 
Lehrzimmer geschieden, 1780 die Schule mit einer zweiten Klaffe ein¬ 
gerichtet und unter 28. Februar d. I.. als Musterschule erklärt; die 
Schülerzal stieg unter der Leitung des Lehrers Posch noch auf 190. 
Ueberhaupt kam nach dem Uebergang des Jnviertels an die öster¬ 
reichische Landeshoheit allwärts die in Oesterreich bereits durchgeführte 
Lehrmethode zur Geltung. Es wurden in der zweiten Jahreshälfte 
1780 die (Schulen zu Schärding, Braunau, Altheim, Ried, Friedburg, 
Mauerkirchen. Matighofen und Utendorf- vom Oberaufseher der deutschen 
Schulen in Oesterreich ob der Ens untersucht nnd Vorschlüge zur Ein¬ 
führung der verbesserten Sehrart gemacht. Im Winterkurse 1781 be¬ 
rief man die Candidaten der Stifte Reichersberg und Ranshofen zu den 
katechetischen Vorlesungen nach Braunau; im Sommerkurse d. I. 
hielt der Kapuziner und Katechet P. Januarius Poschinger für Katecheten, 
der Musterlehrer Joseph Posch für die Lehrer des Inkreises das erste 
Mal zu Braunau öffentliche Vorlesungen, welche 73 Candidaten be¬ 
suchten ; im Winterknrse 1782 nennen 24 Weltpriester, im Sommer¬ 
kurse d. I. 40 Geistliche und 14 bereits angestellte Schullehrer, im 
Winterkurse 1783 13 Geistliche und 5 Lehrer Theil. Unter dem Lehrer 
Joseph Posch war die Musterschule zu Braunau die Pflanzstätte des 
gesammten Jngendnnterrichtes im Juviertel. 
Auch sein Sohn Joseph Posch war auf dem Gebiete des Schul¬ 
wesens ungemein thätig, begann am 8. November 1807 mit der Sonntags¬ 
schule in zwei Abtheilungen und errichtete 1812 eine dritte Klasse; 
hiefiir ward ihm ebenfalls der Titel eines Musterlehrers zuerkannt. 
Bei der stets steigenden Schülerzal genügte das bisherige Schul- 
haus — die sog. Kantorei in der Scheibe Nr. 60 — nicht mehr. Die 
Stadtgemeinde hätte schon damals einen Neubau führen müssen, wenn 
sich nicht statt dessen eine andere Gelegenheit zur Erwerbung eines 
günstigen Schnllokales geboten hatte. Am 12, Februar 1828 übergab 
nämlich der sehr würdige Jubelpriester Fidelis Falser, Stipendiat zu 
Braunau, für feinen Todesfall der hiesigen Bürgerschaft im Rathause 
zur Verherrlichung des Geburtsfestes des Kaisers Franz I. sein auf 
dem Hauptplatz stehendes, schönes dreistöckiges Haus Nro. 72, welches 
er durch 40 Jahre bewohnt hatte, sammt dem geräumigen Garten mit 
der Widmung als Schulhaus und Wohnung des jeweiligen Schullehrers1). 
r) Pillw ein, Inkreis, 151- 53, 204. 
Fidelis Falser starb hochgeehrt am 28. Juli 1837. Die Theilname der 
Braunauer Bürgerschaft zeigte sich besonders am 1. DctoBer 1826, seinem 50 jäh-
        

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