Full text: Waizenkirchen

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entspringt bei der Ortschaft Zelli lsehr bedeutsam!), fließt durch das Dorf 
Michaelnbach und ergießt sich ober Waizenkirchen in die Aschach. Etwa 
lieben Minuten Weges südostwärts vom Dorfe Michaelnbach liegt die 
Ortschaft Münithal mit deut Pfarrsitze. Auch hier errichteten zur 
Agilolfinger oder Karolinger Zeit Mönche das Kreuz, machten unter 
Gebet und schwerer Arbeit jenen Boden urbar, ans welchem heute 
stattliche Gehöfte sich erheben, Bott Mn ui that kommt ein Bächlein. 
Unweit vom Dorfe ergießt es sich in den Michelnbach. Seine Leitung 
ist gewiss auch ein Werk der emsigen Mönche. Wasser war ihnen noth¬ 
wendig zum Betriebe ihrer Mühlen, zur Bewässerung der Culturen. 
Die Stiftskirche in Mondsee ist dem Hl. Michael geweiht, ebenso die 
Kapelle, jetzt Pfarrkirche in Michaelnbach. Unterhalb des Friedhofes 
um die Kirche ergießt sich eine starke Quelle in einen kleinen Teich. 
Wir verehren diese Stelle als eine uralte ^ausstatte, Wazenkirchen 
dagegen als die dazugehörige Seelsorgskirche an der Aschach. Der 
Hl. Rupert weihte die erste Taufkirchen bent Hl. Michael. Allerdings 
erscheint Michaelubach in der Passau'schen Matrikel (29) als Filiale 
von Penerbach. Doch dies thut in diesem Falle nichts zur Sache. Im 
Jahre 881 nahm Bischof Baturich von Regeusburg Besitz von Mond 
- sce. Er entzog den Mönchen das freie Wahlrecht und setzte ihnen 
Benedict als Abt vor (832 52). Das schmerzte >die Bruder. Biele 
von ihnen verließen die Zellen, sie mochten dem fremden Bischöfe nicht 
gehorchen (Chron., 78 - 79). Im Jahre 900 brachen zum ersten Male 
die Magyaren auf beiden Seiten der Donau in die karolingische Ost 
mark ein. Mit unglaublicher Schnelligkeit verbreiteten sie sich jenseits 
der Eits, Alles erfüllte das kühne Reitervolk mit Raub, Feuer und 
Mord. Erst mit dem Siege auf dem Lechfetde im Jahre 955 kehrte 
wieder Ruhe ein in unser Land. Die Bischöfe von Passau festigten 
das Christentum. Sie reorganisierten das kirchliche Wesen. In ihren 
Händen finden wir auch die Pfarrkirche Wazenkirchen. 
Ueber das Alter der Kirche Wazenkirchen 
liegen keine geschichtlichen Nachrichten vor. Sie wbr ursprünglich dem 
hl. Petrus geweiht. Erst später kam auch der bl. Paulus auf das Bild 
des Hochaltares. Das Petruspatrocinium der Pfarrkirche Wazenkirchen 
ist beim Mangel der geschichtlichen Quellen ein wichtiger Fingerzeig. 
Die Passauer Stiftungen haben fast durchwegs den hl. Stephan oder 
den hl. Laurentius zum Patron. Besonders zahlreich sind die Stephans¬ 
kirchen in Niederösterreich. Bischof Piligrim weihte viele Kirchen zu 
Ehren dieses Heiligen. In der Urkunde über die schon genannte 
Synode zu Mistelbach 985 sind außer der dem hl. Michael geweihten
	        
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