Full text: Nr. 6 1932 (Nr. 6 1932)

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oraatiifattoiten Ser KriegS»n5?attSe» u. KriegeryintervSieveAe« ZW Ts«Z a. B. 
Redaktion. Verwaltung n. Expedition: Linz, P omenade 1l. Tel. Ant. 4103. Redaktionsschluß am 15. jeden Monates 
ßrf^cin* monatlich eintssa;. 3Ur 3ti$ttniigiie6s« 15 ®ref$en. 
£ins an der Donau, -Tssssß 1932, 
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Am 23. und 24. April tagte im Redoutensaal in Linz der 
XIV» ordentliche Verbandstag des Landesverbandes, der auch dies- 
mal wieder ein Bild der Einigkeit und Geschlossenheit gab. 
Einfach, ohne jeden Pomp und äußeres Gepränge, aber kräftig 
und mächtig nach innen, das war das Bild dieser Tagung. 
Eingeleitet wurde der Verbandstag von der Arbeiter-Ehor- 
Vereinigung unter Leitung des Chormeisters Edi Macku durch 
den Vortrag „Volk der Verheißung", worauf Sekretär Hufnagl den 
Verbandstag über Auftrag des Verbandsvorstandes eröffnete und 
Vorschläge für das Präsidium des Verbandstages erstattete. Än 
das Präsidium wurden gewählt: Als Vorsitzende: Weidinger Anton, 
Regierungsrat Troschl, Hoffmann Rudolf, Steyr; als Schrift- 
füher: Gattinger Wilhelm, Pürstinger Karl, Karigl Julie, Stelzer 
Marie. 
Nach Eröffnung und Konstituierung des Verbandstages be- 
grüßte der Vorsitzende, Landtagsabgeordneter W ei ding er, die 
Erschienenen, wies auf den Ernst der Tagung hin und gab seiner 
Hoffnung Ausdruck, daß der Verbandstag wieder Ansporn sein 
möge für die Arbeit im kommenden Jahre, daß Regierung, Oef- 
fentlichkeii überzeugt werden mögen, daß es gelte, den Kriegs- 
opfern endlich zu helfen. 
Mit besonderer Genugtuung konnte er begrüßen für das Amt 
der oberösterreichischen Landesregierung Herrn Oberlandes- 
regierungsrat Dr. Wolletz, den Bürgermeister Herrn Gru- 
b e r, der auch in Vertretung der sozialdemokratischen Lanoes- 
Parteileitung erschien, für den Magistrat (Invalidenfürsorge) 
Herrn Dr. R a ch e r, für den Krankenkassenverband Herrn K a i- 
ser, Herrn Dr. Rudolf Menzel, für die großdeutsche Partei 
Herrn Oberinspektor Ströbinger, für die sozialdemokratische 
Bezirksparteileitung Herrn Landesrat Euller, für die Kreis- 
leitung der Kinderfreunde Herrn Marktamtsdirektor Fren - 
z e l, für den Trafikantenverband die Herren Obmann Baum- 
g a r t n e r und Sekretär R a n s m a i e r, für die Fachgruppe der 
kriegsbeschädigten Eisenbahner Herrn Kraut Hermann, für die 
Fachgruppe der kriegsbeschädigten Postler Herrn Nenning, 
Herrn Offizial Fiederhell, Stadtrat Kroiher und zum 
Schlüsse den Obmann des Zentralverbandes, den Kameraden 
Schnürmacher aus Wien. 
Entschuldigt hatten ihr Fernbleiben Herr Landeshauptmann 
Dr. Schlegel, Herr Landesamtsdirektor Attems, Herr Hofrat 
Mittermayer, die Kammer für Arbeiter und Angestellte, die Lan- 
desverbände Wien, Niederösterreich und Burgenland, Salzburg, 
Tirol, Vorarlberg, Bayern, Steiermark, die Redaktion der Linzer 
„Tages-Post", außerdem der Verband der Kriegsblinden Oester- 
reichs. 
Vor Eingang in die Tagesordnung hielt der Vorsitzende 
Weidtnger der stattlichen Anzahl der im Berichtsjahre durch 
Tod entrissenen Mitglieder und im besonderen dem verstorbenen 
Ehrenvorsitzenden Kameraden Mitterbauer Engelbert, der in 
jahrelanger aufopferungsvoller Arbeit trotz seiner schweren 
Krankheit Führer der Invalidenschaft war, einen tiefempsunÄ? 
nen Nachruf, der von den Anwesenden stehend angehört wurde. 
Sodann begrüßte 
Bürgermeister Gruber 
mit folgenden Worten den Landesverbandstag: Es ist für mich 
eine angenehme Pflicht, Sie namens der Leitung der oberöster- 
reichischen sozialdemokratischen Partei zu begrüßen. Seit einer 
Reihe von Jahren entsendet die Parteileitung eines ihrer Mit- 
glieder, welches Ährer Beratung beiwohnt, um dadurch zum Aus- 
druck zu bringen, welche Bedeutung die sozialdemokratische Par- 
tei Ihrer Organisationsarbeit beimißt. Sie haben eine Aufgabe 
zur Erledigung übernommen, die Berater der Kriegsopfer zu 
sein, eine Aufgabe, die eigentlich der Gesamtheit der Gesellschaft, 
beziehungsweise den Vertretern des Staates zukommen sollte. 
Er aber überläßt die Fürsorge zum großen Teil Ihrer Organi- 
sation und es verdient alle Anerkennung und Wertschätzung, daß 
Sie trotz der Ungunst der Verhältnisse, trotz der Widerstände, die 
sich auftürmen, sich es nicht verdrießen lassen, sondern unab- 
lässig daran sind, die vorenthaltenen Rechte für Ihre Mitglieder 
zu erkämpfen und alles daran zu setzen, um alles, was Ihren 
Mitgliedern an Unrecht und Zurücksetzung angetan wird, durch 
Einflußnahme bei den Behörden und durch entsprechende Aktionen 
wettzumachen. Dies verdient wirklich Anerkennung und aus 
dieser heraus begrüßt Sie die sozialdemokratische Partei und 
wünscht Ihren Beratungen den allerbesten Erfolg. 
Ich will aber nicht schließen ohne Sie nicht vorher auch in 
meiner Eigenschaft als Bürgermeister dieser Stadt auf das herz- 
lichste zu begrüßen und Ihren Beratungen vollen Erfolg zu '^ün- 
schen und daran die Versicherung zu knüpfen, daß in dem Wir- 
kungskreise der Gemeinde, der ich vorstehe, sicherlich alles getan 
wird, was Ihren Wünschen nur halbwegs entspricht. Wir können 
Ihr Schicksal nicht ändern, wir können aber in vielen Fällen boi- 
tragen, in dieses Schicksal hier werktätig einzugreifen. Ich 
wünsche noch einmal Ihren Beratungen den besten Erfolg und 
wünsche Ihnen insbesondere alle Zuversicht auf eine Zukunft, die 
Ihnen das bringen soll, was Sie verlangen können und die 
Sünden der Vergangenheit gutmacht. Ich wünsche, daß aus Ihren 
Beratungen der Entschluß entquillt, Ihrer Sache so wie bisher, 
vielleicht in noch verstärkterem Ausmaße zu dienen. Glück auf 
und Vorwärts in Ihren Bestrebungen! (Beifall.) 
Sodann erstattete der Sekretär des Verbandes, 
Gememderat Hufnagl, 
den Tätigkeitsbericht des Verbandsvorstandes und des Sekre» 
tariates, betonte besonders, daß die furchtbare Wirtschaftskrise an 
den Kriegsopfern nicht spurlos vorübergegangen ist, daß die 
Kriegsopfer vielmehr die volle Wucht der Folgen? irkungen 
schwerstens zu ertragen hatte. Trotz aller Bemühungen gelang es 
nicht die alten und berechtigten Forderungen durchzusetzen, \o daß 
die Organisation Wege suchen mußte, die geeignet waren, ohne 
neuerliche Belastung des Staatshaushaltes das Los der Kriegs- 
opfer zu mildern. Die Forderungen im sogenannten „Sofort- 
Programm" sollten diesem Zwecke dienen. Auf dem W^ge der
	        

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