Volltext: Abbildung der inn- und ausländischen Bäume, Stauden und Sträuche. Erster Band. (1 / 1792)

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TAB. 44. 
ARALIA SPINOS A. 
Der stachelichte Angelikabaum. 
ANGELIOVE EPINEVSEB. 
J. Virginien und Canada waͤchset dieses Gewaͤchs wilhdd. 
Drer holzige Stengel desselben wird in 6. 7. Jahren 8. 10. Schuh hoch, ist mit braungrauer 
Rinde bedeckt und sammt den daraus sich verbreitenden Aesten, und Zweigen mit vielen gekruͤmten 
Dornen bewaffnetee. IJ 
Die Blaͤtter welche aus laͤnglichten Lappen, die auseinanderstehen, gebildet, und mit Rip— 
pen durchzogen sind, stehen zu 5 Blaͤtter auf einem Stiele; jedes Blatt hat wieder seinen eigenen 
ganz kurzen Stiel. Das vorderste Blatt ist groͤsser als die 4. nachstehenden. Die Gestalt der 
Blaͤtter ist herzfoͤrmig/ vorne spitzig, weit und seicht gezahnt. Mitten durch jedes Blatt lauft ei⸗ 
ne Rippe, lichterer Farbe, und mit kleinen Dornen besetzt. Die Farbe der Blaͤtter ist oben hell⸗ 
gruͤn, unten aber blaulicht, blaßgruͤn, oder weißlicht. Am Hauptblattstiele befinden sich zwischen 
zween auseinander stehenden Fluͤgeln oder Blaͤtterlappen, noch 2 andere kleine Blaͤttchen, die sich 
abwaͤrts neigen, und ein Doͤrnchen zwischen sich haben. Der Hauptblattstiel ist zwischen den Fluͤ⸗ 
geln oder Blaͤtterlappen von rother Farbe. 
Die Blumen erscheinen im August in doldenfoͤrmiger Gestalt; sie entspringen aus den En⸗ 
den der Zweige, sind blaßgruͤner Farbe. Der Kelch ist fuͤnfzaͤhnigt, und an Fruchtboden befestigt. 
Die Blumenkrone bestehet aus 5. Blaͤttern, hat 5. Staubfaͤden sammt Koͤlbchen. Erstere sind pfri— 
menfoͤrmig, leztere aber rundlicher Gestalt und gelblichter Farbhe. 
Der weiblichen Geschlechtstheile oder Staubwege und Griffel sind auch fuͤnf; weswegen sie 
zur zten Klasse des Linneischen Geschlechts ⸗Systems gehoͤren. entandria pentagynia.)- 
Die reife schwarzrothe Beere enthaͤlt 5. laͤnglichte harte, gelblichtbraune Saamenkoͤrner. 
Dieses Gewaͤchse kann man aus Saamen der aus Amerika kommt, ziehen, und auch durch 
die Ableger und Wurzelsproͤßlinge vermehren. Man steckt den Saamen in Loͤpfe die mit leichter 
Erde angefuͤllt sind, laͤßt solche hernach bis auf den Herbst im Schatten stehen, rottet unterdessen 
das aufgehende Unkraut fleißig aus. Zur Herbstzeit setzet man diese Toͤpfe in ein Lohebeet, oder 
graͤbt sie in eine warme Rabbate im Garten ein, die von einer Mauer oder dicken Hecke, gegen 
Kaͤlte geschuͤtzet ist. Winterszeit bedeckt man die Rabbate noch mit Erbsenstrohe. Zur Fruͤhjahrs⸗ 
zeit im Maͤrz, uͤbersetzt man die Toͤpfe in ein maͤßig warmes Mistbeet. Die jungen Pflanzen gehen 
selten im ersten Jahre auf; wenn aber solche hervorgekommen sind, so muß man sie immer befeuch⸗ 
ten, und vom Unkraute befreyen. Im May setzt man sie an die freye Luft in den Toͤpfen, weil sie 
nicht viel beunruhigt werden doͤrfen. Im Oktober bringt man sie unter ein Geraͤhme, und setzt sie 
bey gelindem Wetter der Luft aus. Winterszeit uͤber verwahrt man sie an einen gemaͤßigten Ort. 
Im Fruͤhling darauf, ehe sie zu treiben anfangen, hebt man sie sorgfaͤltig aus den Toͤpfen, son—⸗ 
dert sie von einander ab, versetzt sie theils in leichte Erde, theils in Mistbeete, und gewoͤhnt sie an 
die freye Luft. Sommerszeit uͤber giebt man ihnen Schatten, im Winter ein Obdach, und alsdann 
versetzt man sie dahin wo sie bleiben sollen. In diesem Standorte werden sie Winterszeit anfangs 
mit altem Lohe, oder Erbsenstrohe bedeckt, und erst nach Verfluß zweyer Jahre, wenn sie genug an 
Lust und Wetter gewoͤhnt sind, kann man sie auch anderwaͤrts hin versetzen. — 
Im Herbste fallen die Blaͤtter dieses Gewaͤchses bald ab, und oft kommen solche im' folgenden 
Fruͤhling nicht sobald wieder zum Vorschein. Man darf es aber deswegen nicht fuͤr verdorben ansehen. 
Wenn
	        
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