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Die Obstbaumzucht beschränkt sich zumeist auf Mostobst¬
sorten, weniger auf Edelobst. Doch sind in letzterer Zeit Fort¬
schritte in dieser Beziehung bemerkbar.
Von den Gewerben werden nur die allernotwendigsten vor¬
wiegend im Markte Klamm ausgeübt. Es sind dies: 2 Hufschmiede,
2 Fleischhauer, 2 Hammerschmiede, 2 Müller, 2 Bäcker, 2 Wagner,
2 Tischler, 1 Zimmermeister, 2 Maurer, 1 Brauerei (herrschaftlich),
4 Schneider, 3 Schuhmacher, 1 Schlosser, 4 Krämer, 5 Gastwirte.
Industrie ist keine vorhanden; der Handel beschränkt sich
auf Vieh- und Getreidehandel.
Als vorwiegendes Mineral ist der Granit, aber in mehreren
Varietäten zu nennen. Granitbrüche sind keine da.
Die Verkehrswege im Schulsprengel bilden nur die Gemeinde-
und Fußwege, welche sich in einem traurigen Zustande befinden.
Vorwiegend sind im Schulsprengel Klamm die Einzelgehöfte,
seltener Dorfsiedelungen und geschlossene Ortschaften. Nur der
Markt Klamm ist geschlossen, obwohl Häuser des Marktes in be¬
trächtlicher Entfernung von diesem liegen.
Der Name Klamm kommt von klemmen und das in der hiesigen
Markt-Chronik befindliche Marktwappen gibt uns Aufschluß, daß
der Marktname den in nächster Nähe des Marktes bemerkbaren
Naturerscheinungen seine Bezeichnung verdankt. Das Marktwappen
ist dargestellt aus zwei schroffen Felsenwänden, durch welch ^ sich
ein fließendes Wasser zwängt (Klammer-Schlucht). Oberhalb dieser
Darstellung befindet sich das Wappen der Grafen Clam-Martinic.
Die Pfarrkirche wurde laut der in der Sakristei befindlichen
Tafel 1660 erbaut und war früher eine Filialkirche, zur Pfarre
Saxen gehörig. Selbständige Plärrkirche wurde sie erst im Jahre
1784. Die Kapelle im Schlosse wurde 1421 von Gilg (Ägidius von
Wolfstain) erbaut, Die Urkunde hierüber befindet sich im Linzer
Museum bei den Waldhausener Urkunden. Die Schule wurde im Jahre
1784 gegründet, im selben Jahre, als Klamm zu einer selbständigen
Pfarre unter Kaiser Josef IL erhoben wurde. Im Jahre 1878 wurde
das Schulhaus durch einen Zubau wesentlich vergrößert und zwei-
klassig. An Ämtern sind im Schulsprengel Klamm die Gemeinde-
Vorstehung, die Schulleitung, das Pfarramt und das Gemeinde-Ver¬
mittlungsamt, sämtliche mit
ihrem Sitze im Markte Kiamm,
zu nennen.
Das Schloß Klamm, auch
Burg Olam, jetzt im Besitze des
Grafen Heinrich Clam-Martinic,
ist eine der schönsten und best¬
erhaltenen Burgen des Landes
mit einer reichen historischen
Vergangenheit, (Vide 7. Mu-
seal-Bericht vom Jahre 1843.)