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bfr Nerchsacht entlediget und in die vorigen Würden und
Lander eingesetzt wurde, wieder zurück.
Im Jahre 1715 (April) kehrte Churfürst Max
Einmanuel, nach einer 10jährigen Trennung von seiner
Familie und seinen Landen, zur großen Freude seiner
Unterthanen aus Frankreich „ach München zurück und
orgte nun eifrig für die Emporbriugung der Wohlfahrt
»einer gänzlich ruiuirten Provinzen.
. Den 15. April 1725 brach im Dorfe Hohenzell
d^'rch Fahrlässigkeit beim Bäcker Feuer aus, das mit
ti oö 2, ^ örlff und die Häuser: heute Nr. 2,
21: f imb J9 'n Asche legte. Die Eberschwauger,
mit Feueihacken angekommen, rissen die inmitten des Dorfes
fteheude schmiede nieder und retteten dadurch das obere
Dors; die Pfarrkirche konnte mit genauer Noth vor den
Flammen bewahrt werden.
,, r Nachträglich möge hier folgendes Ereigniß einge¬
schaltet werden: zn Ried bestand eine durch den Handels*
mann Gotthard Ellebäck gemachte Stiftung zn dem Zwecke,
daß wahreud der Aller - Seelen - Oktave täglich zwischen
JJfr Abends mit allen Glocken geläutet und während
dieser Stunde m allen Hänsern nnd Fan.ilien für die
abgeschiedenen Seeleu im Fegfener gebetet werden solle
«e,chah es im Jahre 1716, daß zu Hoheuzell
tl Ji d""eriibursche eben, als dieses Seelen - Geläute er-
L(1f le,Q,m5anJe 6eflriffen waren. Als ein Tauz-Zuseher
folchev Lauten horte, rief er überlaut den Tanzenden zu:
"Höret auf, höret auf! betet, betet! zn Ried
lautet mau für die armen Seelen!" worauf ein
^anzer aus der Reihe mit frevelndem Spotte antwortete:
y. fasset bic Riebet* beten, denen diese An¬
dach t g e l u stet, uns aber gelüstet zum tanzen!"