Volltext: Chronik der Pfarre Kirchdorf im Kremsthal

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dom vorgeschlagen werden, wovon dieser dann Einen zur Besetzung 
ernannte. 
15. Ueber den Taz. 
Wie schon früher angegeben, hatte 1659 der Fürstbischof Philipp 
Valentin Vojt von Rieneck den Taz von Kirchdorf erkauft und über¬ 
ließ für einige Jahre der Marktkafse von der Verzehrungssteuer 100 fl. 
zur Herstellung der Brunnen und Wege, was aber wieder eingestellt 
wurde, weshalb es nöthig wurde, eine Unkosten-Steuer auszuschreiben 
1669 und auch früher schon. 
Im Jahre 1676 wurde vom bambergischen Vicedom Otto 
Kotwiz von Aulenbach, der den Taz auf Rechnung hatte, und dem 
Magistrat zu Kirchdorf ein Vertrag geschlossen, kraft dessen Kirchdorf 
den Taz von Georgi 1675 bis dahin 76 und dann für weitere 3 
Jahre bis Georgi 1679 in Pacht nahm und an die bambergische 
Rentei jährlich 500 fl. in guter Währung bezahlte, wobei der Anwalt 
Michael Kremer, dann die Bürger Hans Niklaus Huebmer, Hans 
Le(b)zelter und Andre Schlager gut standen, indem sie ihre Habe und 
Güter zum Pfande setzten. 
Ueber Verlängerung dieser Taz-Verpachtung ist nichts bekannt. 
16. Stiftung der St. Barbara-Bruderschaft. 
Im Jahre 1682 erhielt der Pfarrer von Kirchdorf vom Pabste 
Jnnocenz IX. das Privilegium an der Pfarrkirche zu Kirchdorf eine 
Bruderschaft zu Ehren der hl. Jungfrau und Märtyrerin Barbara zu 
errichten. Pfarrer Nivard Dierer errichtete also die genannte Bruder¬ 
schaft kanonisch und auf feierliche Weise, auf daß für die Mitglieder 
der Bruderschaft um eine glückselige Sterbestunde gebetet, jede Leiche 
aus der Bruderschaft von den Mitgliedern zu Grabe begleitet und 
Messen für die verstorbenen Mitglieder gelesen werden sollten. Die 
Bruderschaft, welche mit Ablässen ausgestattet war und jährlich am 
Sonntag nach St. Barbara ihr Hauptfest feierte, hat gerade einen 
hundertjährigen Bestand erreicht. 
11. Kirchdorf kommt uuter die Herrschaft von 
Kremsmünster und dann von Schlierbach. 
Eine wichtige Aenderung in den Umständen des Marktes und 
Anwaltschasts-Unterthanen und zugleich die Ursache vieler Streitig¬ 
keiten ergab sich, als Bamberg seine Herrschaft über Kirchdorf aufgab.
	        
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