dauernd das Übergewicht auf der Erde zu sichern. Die Erfin-
düngen, die am Ende des 18. und am Anfang des 19. Jahr-
Hunderts in England gemacht wurden, waren mit allen ihren
Folgen derart wichtig, daß es nur natürlich war, wenn einige
Menschenalter später gesagt wurde: die Welt wird reißend
schnell englisch. In der Tat: wenn irgendwo europäische
Kultur, Wissenschaft und Sprache in ferne Länder jenseits
des Ozeans getragen wurden, nach China, Indien, Südamerika,
so kamen sie im englischen Gewände. Kein Wunder, daß in-
folgedessen den überseeischen Völkern europäische und englische
Kultur ein gleicher Begriff zu werden begann.
Wer also um 1860 oder 1870 in der Welt Umschau hielt,
hätte schwer sagen können, auf welche Weise die zukünftige
Weltkultur wohl anders werden sollte als englisch. Die
Franzosen kamen nicht in Betracht, die Spanier hatten den
Höhepunkt ihrer Geschichte weit hinter sich, die Holländer,
Portugiesen desgleichen. Bei den Russen konnte von Kultur
überhaupt keine Rede sein, und Deutschland schien zerspalten,
ohne Zukunft dazuliegen. Sagte doch damals, als von einer
deutschen Flotte zuerst die Rede war, ein englischer Staats-
mann höhnisch: die Deutschen mögen sehr gute Gaben haben,
den Boden zu pflügen und mit den Wolken zu segeln, aber
noch nie im Laufe der Geschichte haben sie die Fähigkeit
gezeigt, die See oder auch nur die Küstengewässer zu be-
fahren!
Wie ist das zu erklären, daß dieser scheinbare Mangel
des deutschen Volkes so vollständig beseitigt worden ist und
Deutschland in so kurzer Zeit einen Aufschwung genommen
hat, der es immer stärker als Konkurrenten an die Seite Eng-
lands brachte?
Der Grund dafür ist unsere Schulung, unsere Art, metho-
disch zu arbeiten. Ich entsinne mich noch, wie ich als junger
g