Full text: Das Wirken des Prämonstratenserstiftes Schlägl im letzten Jahrhunderte (1818 - 1918)

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Die Kirche zu Kirchschlag wurde 1876 vollendet. 1872 faßte Abt Dominik 
den Plan, das schadhafte Gotteshaus zu restaurieren und den Turnn auszubauen. 
Ingenieur Franz Karel von Hohenfurt machte einen Ueberschlag von 12.000 fl. 
1873 begann man mit der Reparatur. Da stellte sich heraus, daß die ganze Kirche 
baufällig sei. Karel nahm über diese Tatsache ein Protokoll auf; da die Gemeinde 
sich bereit erklärte, bei einem Neubau mitzuhelfen, willigte der Patron 
ein. Schiff und Mauerwerk des Turmes wurden noch 1873 fertig, 1874 
am 17. August, fand die Grundsteinlegung, Kreuzsteckung und Glockenweihe 
durch den Abt statt, anr 1. Oktober 1876 wurde die Kirche durch den Bischof Jo 
hann Valerian Jirsik von Budweis feierlich konsekriert. Der Stiftschronist schätzt 
die Auslagen des Stiftes auf 30.000 fl. Bauleiter war Andreas Wagner, 
Maurermeister in Friedberg. 
Die neue Kirche in Aigen wurde 1901 eingeweiht durch Bischof Dr. Franz 
Maria Doppelbauer. Sie ist ein dreischiffiger gotischer Bau aus behauenem 
Granit und Liegnitzer Formziegeln. Vor dem Baue wurden die Wohngebäude 
und Fleischbänke, welche die alte Kirche auf drei Seiten einschlössen, nieder 
gerissen. Den Plan hatte Architekt Jeblinger-Linz entworfen. Das Gewölbe 
ist nach dem System Monier angefertigt. Das Stift trug seit 1890 jährlich 1000 fl. 
zum Kirchenbauverein bei und übernahm 1901 den Vorschuß zum Kirchenbau 
im Betrage von 78.214 X nebst vielen anderen Auslagen. 
Zu diesen drei Neubauten kommen noch viele kleinere Arbeiten, teils 
Zubauten und Uniänderungen, teils Reparaturen, teils Verschönerungen an 
den Pfarrkirchen. So erhielt die Kirche in Ulrichsberg 1825 eine Vergrößerung 
und 1906 eine neue Sakristei, St. Oswald ein neues Stiegenhaus, in Haslach 
wurde das kunstvolle spätgotische Rippenwerk bloßgelegt und die Kirche innen 
und außen renoviert. Tie Kosten dieser kleineren Bauauslagen trug das Stift 
fast immer ganz allein. Gegenwärtig sind die Stiftskirchen, welche zu Beginn des- 
letzten Jahrhunderts teilweise durch Aermlichkeit auffielen, durchwegs würdige 
Gotteshäuser in einem tadellosen Bauzustande. 
2. Türme. Neubauten: Schwarzenberg 1862, Quaderbau; die Gemeinde 
leistete Hand- und Zugrobot. Kirchschlag und Oepping 1884 von Wagner A.- 
Friedberg. Ausbauten: Aigen 1856 nach dem Plane von Vinzenz Straßer- 
Linz, Friedberg 1861 und Rohrbach von Wagner A.-Friedberg, Ulrichsberg 
1892 vom Architekten N. Jeblinger-Linz, Haslach 1906/08 vom Dombau 
meister Schlager Matth.-Linz (hier ist die Beihilfe eines Turmbauvereines nam 
haft zu machen), St. Oswald 1913 von: Dombaunreister Schlager Matth.-Linz. 
Demnach hat das letzte Jahrhundert allen inkorporierten Pfarren neue 
oder ausgebaute Kirchtürme gebracht; dadurch wurde auch jedes Ortsbild in 
diesem Zeitraume geändert und in fast allen Fällen.künstlerisch verschönert. 
3. Meßkapellen. Neubauten: Trojas, Pfarre Kirchschlag, ohne Beihilfe 
des Stiftes gebaut. Holzschlag 1876/77 erbaut, 1885 benediziert. Kläffer, Schul-
	        
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