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und der Aerarialgüter sich habe verwenden lassen, somit das
Schiffmeisterreeht ungestört ausgeübt habe. Trotzdem wurde
bereits unter 24. Juni 1813 vom Generalcommissariate des Un¬
terdonaukreises zu Passau erklärt, „dass zwar den Bittstellern
eine förmliche Schiffmeistersconcession, weil sich schon mehrere
solche wirklich concessionirte Schiffmeister zu Obernberg befin¬
den, nicht bewilligt werden könne,“ jedoch den Nauflezern ge¬
stattet, auf höchstens siebzigschuhigen Schiffen und Futterpletten
Personen , Yictualien, Holz, Fahrnisse und Effecten um Lohn
zu verführen, auf der Rückkehr aber höchstens Transporte von
140 Zentnern mit der Bespannung von zu zwei Pferden
zu übernemen. Da im Processwege nichts zu erreichen war, so
musste sich die Innung unter 2. Sept. 1816 mit den Schiff¬
meistern Bartholomäus Radi, Johann, Joseph und Georg Peham
zu einem Vergleiche herbeilassen, der folgende Begünstigungen
für die Nauflezer enthält:
1. unbeschränkten Verkehr mit Scheitern abwärts,
2. wöchentlich zwei siebzigschuhige, monatlich eine achtzigschuhige
Salzburger oder laufner Plette,
3. bei Gegenwärtsfuhren die Bespannung von fünf Pferden,
4. die ganz freie Verfrachtung von Aerarialgütern.
Trotz dieser Beschränkungen war doch die Tliätigkeit
der obernberg-, hallein- und laufner Innung in neuerer
Zeit eine staunenswerte. Von 1811 bis 1819 verführte die
vereinigte Nauflezergilte von Hallein nach Linz und Mauthausen
900,000 Centner Salz und seit dem Bestehen der ersten privi-
legirten Eisenbahngesellschaft nämlich seit 1830 jährlich 350 Cent¬
ner nach Linz; für die Krone Baiern dagegen von 1811 bis 1815
zusammen 567,658 Centner Salz bis Passau, von der Salzleg¬
stätte Braunau bis Obernberg 10,000 Centner, von Braunau nach
Schärding 22,000 Centner. Bei der Erbauung der Walhalla zu
Donaustauf nächst Regensburg 1830 durch den König Ludwig I.
von Baiern verschiffte die Compagnie 93,638 Marmorsteine, die
im Untersberg bei Salzburg gebrochen wurden, auf der Salzach
und dem In von Salzburg bis Passau, von wo man sie auf der
Donau nach Regensburg führte. Von 1811 bis 1835 verfrachtete
die Innung nach Linz Holz im Werte von 15,000 fl. Zwanzigern.
Alles Salz aus den halleiner Sudwerken zur Versorgung Böhmens
in einem Quantum von 50,000 Centnern jährlich wurde con-
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